Wirtschaft : Schaeffler will weiterwachsen – und dafür kürzertreten

Mark C. Schneider (HB)

Hamburg - Der fränkische Automobilzulieferer und Wälzlagerspezialist Schaeffler stellt sich auf wirtschaftlich schlechtere Zeiten ein. Unternehmenschef Jürgen Geißinger sagte am Dienstag, er schließe Kurzarbeit, Schichtstreichungen und „Kapazitätsanpassungen in einzelnen Bereichen“ wie Werkzeugmaschinen und Windkraft nicht aus. Die Wälzlager werden unter anderem in Rotoren eingebaut.

Dennoch bekräftigte das Familienunternehmen, das Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg gehört, die Prognose für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll um mehr als fünf Prozent zulegen, die operative Rendite mehr als 13 Prozent betragen. In den ersten sechs Monaten erfüllte Schaeffler die Vorgaben: Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Nettoergebnis von 505 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2011 hatte es jedoch noch 641 Millionen Euro betragen. Während das Geschäft mit der Autobranche im ersten Halbjahr 2012 um sieben Prozent auf 3,8 Milliarden Euro kletterte, stieg der Umsatz im Industriegeschäft nur um 2,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Ungünstigerweise ist der Industriebereich aber mit 15,6 Prozent Rendite profitabler als die Auto-Division mit 13,1 Prozent.

Trotz der eigenen Profitabilität und 80 Millionen Euro Dividende der Tochter Continental tut Schaeffler sich schwer mit dem Abbau seiner Schulden: Die Kreditlast des operativen Unternehmens beträgt 7,1 Milliarden Euro. Auf der Holding lasten weitere knapp fünf Milliarden Euro an Krediten. Die Ratingagentur S&P erhöhte zuletzt Schaefflers Bonität auf „B+“. Das gilt aber weiter als „hochspekulative Anlage“.Mark C. Schneider (HB)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben