Schäuble-Plan : Nur auf freiwilliger Basis

Der deutsche Finanzminister hofft auf eine freiwillige Beteiligung deutscher Banken am Rettungspaket für Griechenland. Doch dabei gibt es ein Problem.

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Finanzminister Wolfgang Schäuble.
Finanzminister Wolfgang Schäuble.Foto: dpa

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich bisher immer gegen eine Umschuldung ausgesprochen. Stattdessen erarbeitete er gemeinsam mit den deutschen Banken eine Lösung für eine freiwillige Beteiligung an dem Rettungspaket für Griechenland. Das Konzept, das er vor ein paar Wochen zusammen mit Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vorstellte, sieht vor, dass die Banken ihre bestehenden Kredite an die Griechen freiwillig verlängern. Die Institute haben sich bereit erklärt, auslaufende Griechenland-Anleihen in solche Papiere umzuwandeln, die noch eine Laufzeit von sieben Jahren haben. Einen ähnlichen Vorschlag hatten zuvor die französischen Banken erarbeitet. Bei dem Modell würden die Institute zugleich Geld in einen Sicherungsfonds investieren, der für die Rückzahlung der neuen Anleihen garantiert. Die Garantien müssten also nicht von den Euro-Ländern kommen.

Das Problem: Die Ratingagenturen haben bereits angedroht, den Anleihentausch wie einen Zahlungsausfall zu bewerten. Genau das aber fürchten Politiker und Bankchefs. Ein Zahlungsausfall könnte auch die anderen Schuldenstaaten und damit das gesamte Finanzsystem ins Wanken bringen.

Um richtig viel Geld geht es bei dieser Lösung ohnehin nicht: Die deutschen Banken haben dem griechischen Staat etwa 20 Milliarden Euro geliehen. Der größte Teil davon sind langfristige Anleihen. Umgetauscht werden sollen aber nur die kurzfristigen. Laut Schäuble handelt es sich um eine Summe von 3,2 Milliarden Euro, zwei Milliarden würden auf die privaten Banken entfallen. mirs

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