Wirtschaft : Schafft er’s oder schafft er’s nicht?

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Busan (dpa). Frankreich bewegt nur eine Frage: Schafft er es, oder schafft er es nicht? Kann Zinedine Zidane auflaufen zum wohl schon entscheidenden zweiten Gruppenspiel des Weltmeisters gegen Uruguay am Donnerstag in Busan (20.30 Uhr MESZ)? Das Warten auf den besten Fußballer der Welt zermürbt die Franzosen, denen schon das WM-Aus droht. Nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Senegal würde ein siegloser Auftritt im Duell der Weltmeister den Titelverteidiger arg gefährden.

Trainer Roger Lemerre ließ auch am Mittwoch offen, ob der Spielgestalter nach seiner Oberschenkelverletzung gegen Uruguay auflaufen kann. „Die Verletzung ist besser geworden, aber es gibt noch einige Zweifel. Letztlich liegt es an ihm. Er möchte natürlich gerne spielen“, sagte der französische Coach. Der schmerzlich vermisste Regisseur der Franzosen absolvierte zwar zu Wochenbeginn wieder seine ersten Trainingseinheiten, möglicherweise kommt ein Einsatz aber zu früh. „Man kann nicht mit der Gesundheit der Profis spielen“, betonte Lemerre. Zidane selbst war bemüht, die Diskussionen um seinen Einsatz ein wenig herunterzuspielen. „Frankreich hat auch eine Menge Spiele ohne mich gewonnen“, sagte der 29-Jährige. Er könne eventuell ja auch erst im Laufe des Spiels eingesetzt werden.

Gleichwohl steht die Mannschaft von Lemerre vor dem zweiten Spieltag in der Gruppe A gehörig unter Druck. „Wir müssen zeigen, dass das erste Spiel ein Ausrutscher war. Wir haben nicht die Wahl, schön oder schlecht zu spielen, wir müssen gewinnen“, befand Bayern Münchens Linksverteidiger Bixente Lizarazu. Mittelfeldspieler Patrick Vieira betonte, man müsse einfacher spielen. „Gegen Senegal haben wir zu kompliziert und vielleicht auch zu eigensinnig gespielt.“ So oder so wird der französische Coach sein Team personell umstellen und taktisch verändern müssen. Möglicherweise übernimmt Christophe Dugarry den offensiven Part im Mittelfeld hinter den Spitzen Thierry Henry und David Trezeguet. Im defensiven Mittelfeld könnte neben Vieira und Emmanuel Petit auch Claude Makelele von Real Madrid zum Einsatz kommen.

Auch Uruguay muss punkten

Die Südamerikaner befinden sich nach der 1:2-Niederlage gegen Dänemark in einer ähnlichen Situation wie der Weltmeister. „Die Franzosen sind allerdings mehr unter Druck, weil sie Titelverteidiger sind. Sie müssen das Spiel machen, und das kommt unseren Konterattacken entgegen“, meinte Uruguays Offensivkünstler Alvaro Recoba.

Von den Diskussionen um einen Einsatz Zidanes lässt sich Trainer Victor Pua wenig beeindrucken. „Frankreich ist nicht nur Zidane. Sie haben ein großartiges Team, das Respekt verdient.“ Die Chancen des zweimaligen Weltmeisters sind nach eigenem Bekunden allerdings eher gering. Mit einem Sieg gegen Frankreich rechnet keiner ernsthaft. „Auch ein Unentschieden würde unsere Probleme komplizieren. Vielleicht würde dann aber ein Sieg gegen Senegal für die zweite Runde reichen“, sagte Recoba. „Es ist eigentlich undenkbar, dass Frankreich in der ersten Runde ausscheiden könnte.“

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