Wirtschaft : Schaltbau macht Miese

Tochter der Berliner Elektro wagt wieder hohe Gewinnprognose MÜNCHEN (wis/HB).Jahrelang rückläufige Nettogewinne und im vorigen Jahr sogar ein Verlust: Das kennzeichnet den Geschäftsgang bei dem Bahntechnik-Unternehmen Schaltbau in München.Aber im vorigen Jahr sorgten lediglich Sondereffekte dafür, daß das Jahresergebnis im Konzern auf minus 1,9 Mill.DM abstürzte - nach einem Gewinn von 1,4 Mill.DM im Vorjahr. Freilich hielt der Vorstand der Schaltbau, die zu 55 Prozent zur Berliner Elektro Holding gehört, lange an positiven Prognosen für das vorige Jahr fest: Wurde vor einem Jahr eine Gewinnverdoppelung vorhergesagt, so hieß es noch im November 1997 - trotz eines erwarteten Umsatzrückgangs um fünf Prozent -, der Konzernjahresüberschuß werde deutlich zulegen.Analysten gingen noch bis März vorigen Jahres von einer höheren Dividende (1996: 8 DM) auf das auf 60 (50) Mill.DM erhöhte Kapital aus.Tatsächlich wird die Dividende für 1997 halbiert. Nach Überzeugung von Vorstandsmitglied Albert Jonker ist aber nach Restrukturierungen und geringeren außerordentlichen Belastungen in diesem Jahr sowie nun steigenden Umsätzen (auf 850 Mill.DM) mit einem höheren Ergebnis zu rechnen.Nach 18,5 (18,3) Mill.DM Vorsteuergewinn rechnet er mit "mindestens 25 Mill.DM".Bei einer Steuerquote zwischen 20 und 30 Prozent - dank vorhandener Verlustvorträge - ergäbe sich ein Nachsteuerergebnis von mindestens 18 bis 20 Mill.DM.Außerdem erwartet Jonker einen einstelligen außerordentlichen Ertrag durch Immobilienverkäufe.Im Rahmen der angekündigten ertragsorientierten Dividendenpolitik dürfte dann auch mehr ausgeschüttet werden. Daß sich der Umsatz im vorigen Jahr trotz verzögerter Auftragsabwicklung um fast ein Viertel auf 835 Mill.DM erhöhte, ist auf Zukäufe zurückzuführen - so von Fabeg und Kiepe Elektrik.Bereinigt ergab sich ein Umsatzplus von nur vier Prozent.Dabei kam es zu Rückgängen bei den Töchtern InfoSystems, Pintsch Bamag und Kiepe, während die Waggon-Rekonstruktionsfirma PFA, Weiden, die größte Schaltbau-Tochter, und Türspezialist Gebr.Bode zulegten. Neue Erkenntnisse über eine anstehende "Neuinterpretation des Umwandlungssteuergesetzes", die auch rückwirkend für die Gewerbesteuer gelten soll, habe den Vorstand bewogen, acht Mill.DM Steuerrückstellungen für die vergangenen zwei Jahre zu bilden.Diese seien letztlich für das Minus-Ergebnis verantwortlich gewesen, sagte Jonker.In den kommenden Jahren sei noch mit jährlich zwei Mill.DM zusätzlichem Steueraufwand zu rechnen.

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