Schattenbanken: Risiko ohne Aufsicht : Schattenbanken: Risiko ohne Aufsicht

Sie sind der Schrecken der Bankaufseher: die Schattenbanken. Dazu zählen Hedgefonds für Großanleger und solche zum Kauf von Unternehmen auf Kredit („Private Equity“) sowie Geldmarktfonds, die auf kurzfristige Anlagen spezialisiert sind. Gemeinsam ist ihnen, dass sie zwar de facto Bankgeschäfte betreiben, also Geld von Anlegern und Kredite aufnehmen, um diese anzulegen. Aber trotzdem unterliegen sie keiner staatlichen Kontrolle, zumal sie in der Regel formal in Steuerfluchtzentren wie den Cayman Islands residieren, wo es gar keine arbeitsfähigen Aufsichtsbehörden gibt.

Weil die meisten Krisenbanken sich über solche Gesellschaften außerhalb der offiziellen Bilanz in die Pleite wirtschafteten, sollte es eigentlich „keinen Markt und keinen Akteur“ mehr geben, „der nicht reguliert wird“, wie Kanzlerin Merkel nach dem G-20-Krisengipfel im November 2008 erklärte. Aber daraus wurde bisher nichts. Zwar müssen alle Gesellschaften sich inzwischen registrieren lassen und den Behörden auf Nachfrage ihre Geschäftsmodelle offenlegen. Aber weder in den USA noch in der EU konnten die Reformer eine Begrenzung der Risiken durchsetzen, die Schattenbanken eingehen, und das obwohl sie schon wieder mehr Kredit verwalten als alle Banken zusammen, wie die US-Notenbank ermittelte. „Wer nichts gegen die Verlagerung von Risiken ins Schattenbankensystem unternimmt, darf sich nicht wundern, wenn dort die nächste Finanzkrise ausbricht“, warnte darum Jochen Sanio, der Chef der deutschen Aufsichtsbehörde Bafin.

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