Wirtschaft : Scheller als geplant - Vorstandschef Ludewig geht schon Ende September

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Bei der Deutschen Bahn kommt der Führungswechsel schneller als geplant. Der Aufsichtsrat bestätigte am Freitag die Berufung von Hartmut Mehdorn, Noch-Vorstandschef der RWE-Tochtergesellschaft Heidelberger Druck AG, zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Gleichzeitig verlautete, dass Bahn-Vorstandschef Johannes Ludewig und Fernverkehrsvorstand Axel Nawrocki das Unternehmen bereits zum 30. September verlassen werden. Der neue Fernverkehrsvorstand Christoph Franz, der am Freitag ebenfalls bestätigt wurde, soll sein Amt bereits zum 1. Oktober antreten. Auch Mehdorn könnte voraussichtlich schon vor dem 1. Januar 2000 bei der Bahn aktiv werden. In der Zwischenzeit werde Finanzvorstand Diethelm Sack kommissarisch den Vorstandsvorsitz übernehmen, hieß es nach der Aufsichtsratsitzung in Berlin.

Der Amtsantritt des 57-jährigen Mehdorn bei der Deutschen Bahn hängt nur noch an der Nachfolgefrage bei der Heidelberger Druck. Wie am Freitag aus Unternehmenskreisen bekannt wurde, ist diese Frage aber offenbar entschieden. Nachfolger von Mehdorn soll sein bisheriger Vorstandskollege Bernhard Schreier werden. Einem zügigen Wechsel von Mehdorn zur Bahn stünde damit nichts mehr im Wege.

Ludewig selbst hatte seinen raschen Abschied schon vor wenigen Tagen in einem Brief an die Mitarbeiter angedeutet. Darin schrieb er, dass er sein Amt "in Kürze" an Hartmut Mehdorn abgeben werde, dem er Glück wünschte. Ludewig dankte den Mitarbeitern für ihren Einsatz "unter mehr als belastenden Bedingungen". Die Bahn sei ihm "unter die Haut gegangen", auch wenn die "wiederholte öffentliche Kritik aus den eigenen Reihen heraus die Arbeit nicht erleichtert" habe, schrieb Ludewig.

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