Wirtschaft : Schering AG: Hubertus Erlen wird neuer Konzernchef

sis/hro

Hubertus Erlen wird neuer Vorstandsvorsitzender der Schering AG. Das hat der Aufsichtsrat des Berliner Pharmakonzerns am Donnerstag entschieden. Erlen wird damit Nachfolger von Konzernchef Guiseppe Vita, der im April kommenden Jahres seinen Posten aus Altersgründen aufgeben und an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln wird. Mit der Wahl des Hubertus Erlens sei ein "glatter Übergang im Management gesichert, der die Fortführung der europäischen Traditionen des Unternehmens mit der guten Position im globalen Markt garantiert", kommentierte der Aufsichtsratvorsitzende Klaus Subjetzki die Entscheidung.

Hubertus Erlen beginnt seine Tätigkeit als neuer Chef des Pharmakonzerns zu einem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Rekordzahlen aufweist. Im Laufe des gestrigen Tages stiegen die Schering-Aktien auf über 71 Euro. Erlen, geboren am 7. Juni 1943, trat 1972 nach seinem Studium der Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Berlin und als Stipendiant der Volkswagenstiftung der Betriebswirtschaft in den Bereich Pharma-Produktion der Schering AG ein. Er ist seitdem für den Konzern tätig und verfügt über einen breiten Unternehmenshintergrund: 1978 wurde Erlen Vorstandsassistent des Vertriebsvorstandes und leitete von 1979 bis 1981 das Zentrale Vorstandssekretariat. Nachdem er von 1981 bis 1984 die technische Leitung des Werkes Feucht in Nürnberg übernommen hatte, war er als leitendes Mitglied der Sparte Galvanotechnik 1984 für den Bereich Produktion zuständig. 1986 wurde er in den Vorstand des Pharma-Konzerns gewählt - zuständig für die Bereiche Umwelt, Nordamerika und Personal. Seine USA-Erfahrung haben Erlen wohl auch auch in den Augen des Aufsichtsrats besonders zur Übernahme des Spitzenamtes qualifiziert. Denn Schering will so rasch wie möglich sein internationales Geschäft vor allem in Nordamerika stärken und ausbauen. Am 12. Oktober geht der Konzern an die New York Stock Exchange. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter im Aufsichstrat sprach für Erlen vor allem seine langjährige Personalerfahrung im Konzern.

Der geborene Sizilianer Vita hat Schering außerordentlich erfolgreich elf Jahre lang geführt. 1964 trat der heute 65jährigen Vita als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Kontrastmittelfragen in der klinischen Forschung bei Schering ein. Bereits ein Jahr später übernahm er den Chefposten des italienischen Tochterunternehmens Schering SpA Mailand und machte sie zu einem Erfolgsunternehmen. 1989 kam Vita an die Spitze des Berliner Unternehmens und wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes der Schering AG ernannt. Der promovierte Mediziner machte Schering zum Marktführer in den Gebieten Therapeutika und Diagnostika sowie Hormonpräparaten.

Aussichtsreichster Kandidat für das Spitzenamt neben Erlen war der Forschungsvorstand Günter Stock, der den Konzern in letzter Zeit immer häufiger in der Öffentlichkeit vertrat. Angesichts der Umwälzungen in der Pharmaforschung und insbesondere der großen Entwicklungspotenziale der Bio- und Gentechnik gewann das Forschungs- und Entwicklungsressorts unter Stocks Leitung außerdem immer mehr an Bedeutung. Stock hat sich auch erfolgreich dafür eingesetzt, die Kooperation mit jungen Startup-Unternehmen zu intensivieren. Der Wissenschaftler trat 1983 als Leiter des Hauptdepartments Herz-Kreislauf-Pharmakologie in die Schering AG ein, wo er 1989 zum Vorstandsmitglied ernannt wurde.

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