Wirtschaft : Schering AG: Vitas Nachfolger hat es schwer

Maren Peters

Angenommen, Porsche-Chef Wendelin-Wiedeking würde die Nase voll haben vom Job und das Amt zur Verfügung stellen - sein Nachfolger wäre nicht zu beneiden. Das Unternehmen ist hervorragend aufgestellt, die teuren Sportwagen verkaufen sich wie früher VW-Käfer und die Aktie ist so teuer wie manch ein Gebrauchtwagen. Was könnte ein Nachfolger noch besser machen? Mit dieser Frage wird sich auch Hubertus Erlen in diesen Tagen herumquälen. Ende April soll der Noch-Personalvorstand Schering-Chef Giuseppe Vita an der Spitze des Pharmakonzerns ablösen. Er wird es schwer haben. Vita hat den Konzern in seiner zwölfjährigen Amtszeit zu Höchstleistungen getrieben. Der Konzernumsatz hat sich seit seinem Antritt fast verfünffacht. Als Vita kam, hat er angekündigt, sich stärker auf den Ausbau des Pharmageschäftes zu konzentrieren. Das hat er konsequent umgesetzt. Und das Unternehmen - gegen den Strom - zu einem klar ausgerichteten, globalen Nischenanbieter herangezogen. In seiner Amtszeit ist das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon auf den Markt gekommen, das dem Konzern heute Millionen in die Kassen spült. Rechtzeitig hat Vita das Potenzial der Biotechnologie erkannt und auch damit den Kurs der Aktie in die Höhe getrieben. Bislang war das der erfolgreichste Schutz gegen die immer wieder prophezeite feindliche Übernahme. Auch den Weltmarkt hat Vita dabei nicht aus den Augen verloren. Mit dem New Yorker Börsengang hat er die Grundlage für weitere Akquisitionen auf dem weltweit bedeutendsten Pharmamarkt geschaffen. Der charismatische Sizilianer hat die Messlatte hoch gelegt. Sein Nachfolger Erlen tritt ein schweres Amt an.

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