Wirtschaft : Schering: Bundeskanzler hinterlässt deutliche Spuren

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Der Kanzler hinterlässt deutliche Spuren: Nach dem Besuch des Teterower Biotech-Unternehmens Plasma-Select im vergangenen August schnellte der Kurs des Aktie um gut 16 Prozent in die Höhe. Und auch bei der Berliner Schering AG, die Gerhard Schröder am Dienstagnachmittag besuchte, dürfte die Visite des SPD-Politikers positiv in Erinnerung bleiben. Der Kurs des Pharmakonzerns zog bis zum Börsenschluss kräftig um über vier Prozent auf 59,40 an. Ob das nun allein am Bundeskanzler lag oder an der ebenfalls am Dienstag erteilten, lang erwarteten Zulassung der neuen Verhütungspille Yasmin in den USA - der neue Vorstandsvorsitzende Hubertus Erlen gab sich bei der Bewertung diplomatisch. "Der Besuch hat uns einen Motivationsschub gegeben", lobte Erlen. Man habe Schröder deutlich machen können, welches hohe Potenzial in der Gentechnik stecke. Das Potenzial hat Schröder wohl schon früher erkannt. Nach dem eineinhalbstündigen Besuch in dem Berliner Traditionsunternehmen bekräftigte der Kanzler, er sei sehr daran interessiert, deutsche Biotechnologie-Unternehmen im Lande zu halten. "Wir wollen keine Auslagerung von Forschung in andere Bereiche." Daran hinge schließlich auch Produktion. Deutschland sei bei der Umsetzung biotechnologischer Forschung durch Start-ups die Nummer eins in Europa. Diese Entwicklung wolle man weiter vorantreiben. In der auch innerhalb der Regierung umstrittenen Frage der ethischen Grenzen der Genforschung forderte Schröder eine offene Diskussion, in die sich die Politik "forschungsfreundlich" einmischen müsse. Die Debatte war in der vergangenen Woche durch den Vorstoß der Deutschen Forschungsgemeinschaft erneut angefacht worden, die darauf drängt, die Forschung auch an embryonalen Stammzellen zu erlauben. Dies ist in Deutschland verboten. Schröder sagte, er sehe derzeit keine Notwendigkeit, die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Genforschung zu verändern. Allerdings wünsche er sich, dass die Unternehmen sich über die sozialen Perspektiven die an einer solchen Forschung hingen, deutlicher äußerten als in der Vergangenheit. "Wir wissen um die Sensibilität der Frage", sagte der Kanzler, "aber wir müssen keine Angst haben, dass die ethische Verantwortung denen, die Forschung betreiben, nicht bekannt ist.

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