Wirtschaft : Schering darf Hormonpille in USA verkaufen Gesundheitsbehörde FDA lässt Angeliq jetzt zu

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Berlin – Der Berliner Pharmakonzern Schering darf sein Hormonpräparat Angeliq auch in den USA auf den Markt bringen. Nach jahrelanger Wartezeit erteilte die USGesundheitsbehörde FDA jetzt die Zulassung, teilte Schering am Donnerstag in Berlin mit. Die Aktie legte daraufhin um 1,7 Prozent auf knapp 52 Euro zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Dax.

Angeliq soll Beschwerden, die mit den Wechseljahren verbunden sind, lindern. Das Präparat ist in Europa bereits zugelassen und auf Rezept erhältlich. In den USA hatte sich die Zulassung verzögert. Der erste Antrag war vor drei Jahren wegen der Angst vor möglichen Nebenwirkungen der Pille gescheitert. Aufsehen hatte eine Studie erregt, nach der die Einnahme von künstlichen Hormonen das Brustkrebsrisiko erhöht.

Schering verspricht sich von dem Medikament mittelfristig weltweit einen Umsatz von 250 Millionen Euro im Jahr. Das Mittel enthält den Wirkstoff Drospirenon, der übermäßige Wassereinlagerungen verhindern soll, sagte ein Sprecher. Das Präparat soll in den USA Mitte 2006 eingeführt werden. Man brauche diese Vorlaufzeit, um Ärzte und Großhändler auf Angeliq vorzubereiten.

Analysten reagierten erfreut auf die Mitteilung. „Schering brauchte dringend wieder gute Nachrichten, das ist jetzt geschehen“, sagte Matthias Engelmayer von Independent Research. „Die Produktpipeline hat sich verbessert“, so Engelmayer: „Aber wir erwarten keine fundamentale Neueinschätzung.“ Die WestLB stufte die Aktie weiterhin auf „Halten“. Schering hatte in diesem Jahr bei neuen Medikamenten Rückschläge hinnehmen müssen. Die Zulassung für das neue Knochenkrebsmedikament Bonefos in den USA hatte sich zu Jahresanfang überraschend verzögert. Auch bei dem Krebsmittel PTK/ZK, das als potenzieller Blockbuster gilt, gibt es Verzögerungen bei der Zulassung. hej

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