Wirtschaft : Schering erwartet Zuwächse

BERLIN (rtr).Auf das Halbjahresergebnis des Berliner Pharmakonzerns Schering AG wird die Affäre um Attrappen von Anti-Baby-Pillen in Brasilien noch keinen Einfluß haben.Analysten rechnen damit, daß das Unternehmen am Donnerstag, wie erwartet, einen Zuwachs von knapp zehn Prozent bei Umsatz und Ertrag bekanntgibt.Doch Schering-Sprecher Ralf Harenberg äußerte sich zurückhaltend: "Der Imageschaden für uns ist noch nicht klar zu beziffern." In Brasilien waren falsche Pillen der Marke "Microvlar" auf den Markt gekommen.Nach Schering-Angaben stammten die gestohlenen Placebos aus einem Test mit einer neuen Verpackungsmaschine.Die Firma wisse von zehn Schwangeren, die Packungen mit Placebos gekauft hätten.Schering prüfe derzeit finanzielle Hilfen für betroffene Frauen.

Analystin Petra Meyer vom Bankhaus Sal.Oppenheim erwartet keine Auswirkung auf das Ergebnis.Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten vermutlich um zehn Prozent auf 3,4 Mrd.DM gewachsen.Ebenso stark habe das Vorsteuerergebnis auf 550 Mill.DM zugelegt.Meyer sagte, sie gehe von einem beschleunigten Wachstum im zweiten Halbjahr aus und empfehle die Aktie zum Kauf.Analystin Christiane Dienhart von der Vereinsbank prognostiziert ein Umsatzplus von 8,8 Prozent auf 3,37 Mrd.DM.Dienhart schätzte das Vorsteuerergebnis mit einem Zuwachs von 8,4 Prozent auf 540 Mill.DM etwas geringer und bewertete die Aktie mit "neutral".

Schering-Sprecher Harenberg sagte, die Brasilien-Affäre habe Kosten in einstelliger Millionenhöhe verursacht.Schering hoffe dennoch, den Umsatz in Brasilien 1998 zweistellig zu steigern.1997 hatte der Konzern dort 283 Mill.DM umgesetzt, 37 Prozent mehr als im Vorjahr.Schering hatte 1997 weltweit 6,25 Mrd.DM umgesetzt und einen Gewinn von 789 Mill.DM erzielt.

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