Wirtschaft : Schering hat neuen Ärger in den USA

Maren Peters

Berlin - Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat die US-Gesundheitsbehörde FDA Pläne des Berliner Pharma-Unternehmens Schering durchkreuzt. Die FDA hat bei dem neuen Kontrastmittel MS-325 im Rahmen der Zulassung weitere Studien angefordert. Das könnte den US-Start des Medikaments, der nach Angaben eines Schering-Sprechers für dieses Jahr geplant war, verzögern. „Wir nehmen jetzt Gespräche mit der FDA auf“, sagte der Sprecher. Ein Termin für die Markteinführung sei noch nicht absehbar. Der Kurs der Schering-Aktie fiel bis Börsenschluss um 1,48 Prozent auf 54,57 Euro und gehörte damit zu den größten Verlierern im Dax.

Erst in der vergangenen Woche hatte Schering mitgeteilt, dass die FDA noch Klärungsbedarf bei seinem neuen Krebsmittel Bonefos sieht. Der Aktienkurs war daraufhin um rund fünf Prozent eingebrochen. An Bonefos knüpft Schering große Hoffnungen, es soll in den kommenden Jahren wesentlich zum Umsatz beitragen. Einige Analysten rechnen mit einem Spitzenumsatz von bis zu 800 Millionen Euro. Dem Kontrastmittel MS-325, bei dem die FDA jetzt Einwände erhob, traut Schering in drei Jahren einen Spitzenumsatz von 100 Millionen Euro weltweit zu.

Die FDA hatte nach Mitteilung von Schering einen so genannten „Approvable Letter“ für das Kontrastmittel zur Diagnose von Gefäßerkrankungen an Schering und seinen US-Partner Epix Pharmaceuticals verschickt. Damit gibt die FDA zu verstehen, dass sie zwar grundsätzlich bereit ist, das Medikament zur Vermarktung freizugeben – allerdings erst, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Schering-Partner Epix gab am Freitag bekannt, dass die FDA noch weitere klinische Studien zum Nachweis der Wirksamkeit des Mittels fordert. Schering kündigte eine enge Zusammenarbeit mit der Zulassungsbehörde an.

Der Berliner Pharmakonzern hat sich die weltweiten Vermarktungsrechte für MS-325 gesichert und auch in Europa die Zulassung beantragt.

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