Wirtschaft : Schering meldet erneut Rekordergebnis

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Das Berliner Pharmaunternehmen Schering hat 2001 zum sechsten Mal nacheinander das Ergebnis gesteigert und erwartet auch 2002 ein Rekordjahr. "Wir steuern auch in Zukunft ein sehr nachhaltiges Wachstum beim Ertrag an und haben für das laufende Jahr ein zweistelliges Wachstum prognostiziert", sagte Konzernchef Hubertus Erlen dem Tagesspiegel nach Vorlage der vorläufigen Zahlen am Dienstag.

Auch die Dividende soll angehoben werden: von 0,67 auf 0,83 Euro pro Aktie.

Schering hatte sich im vergangenen Jahr von der 24-Prozent-Finanzbeteiligung am Aventis-Pflanzenschutzgeschäft Crop Science getrennt und setzt seitdem ganz auf Pharma. Die Liquidität des Unternehmens ist gut: Allein aus dem Verkauf der Crop-Science erwartet Schering in diesem Jahr einen Ergebnisbeitrag von 1,5 Milliarden Euro, die jetzt wieder investiert werden sollen. Schon im letzten Jahr hatte Schering-Chef Erlen gesagt, es würden verschiedene Möglichkeiten für Übernahmen oder Kooperationen in Teilbereichen geprüft.

Das scheint jetzt konkreter zu werden. Auf der Analystenkonferenz kündigte Finanzchef Klaus Pohle nach Aussage eines Analysten einen großen Firmen-Zukauf an. Die Akquisition werde rund 500 Millionen Euro kosten und könne schon in wenigen Wochen unter Dach und Fach sein. Weitere Details nannte er nicht.

Im vergangenen Jahr profitierte Schering neben der guten Geschäftsentwicklung vor allem vom positiven Beitrag des Pflanzenschutzgeschäftes. "Crop-Science hat sich viel erfreulicher entwickelt als im Jahr zuvor", sagte Erlen. Darüberhinaus habe das Unternehmen auch von der deutschen Steuerreform profitiert. Das zusammen hat zu einem deutlicher Gewinnsprung von 24 Prozent auf 418 Millionen Euro im Jahr 2001 geführt, nach vorläufigen Zahlen. Die endgültige Bilanz legt Schering am 1. März vor.

Neben dem großen Gewinnsprung nimmt sich der Umsatzzuwachs von zehn Prozent auf 4,84 Milliarden Euro fast bescheiden aus. Stärkstes Produkt bleibt das Multiple-Sklerose(MS)-Medikament Betaferon. Es legte allein in den USA um 16 Prozent zu - obwohl die Konkurrenz gerade hier am stärksten ist: In den USA verkauft das US-Unternehmen Biogen sein MS-Medikament Avonex, das schwächer dosiert ist und daher weniger Nebenwirkungen hat. Voraussichtlich noch in diesem Jahr erhält auch die Schweizer Firma Serono die US-Zulassung für ein drittes Konkurrenzprodukt (Rebif). Erlen lässt sich dadurch kaum beeindrucken: "Wir erwarten ein zweistelliges Umsatzwachstum bei Betaferon", sagte er.

Trotzdem ist Schering bemüht, durch neue Medikamente die starke Abhängigkeit vom Hauptumsatzbringer Betaferon zu verringern. Darum ist im letzten Jahr die neue Antibaby-Pille Yasmin in den USA eingeführt worden, die als sehr gut verträglich gilt. Hoffnungen setzt Schering auch auf das Verhütungsmittel Mirena und das neue Krebsmittel Campath.

Gute Nachrichten gab es am Dienstag für die Anleger des Pharmakonzerns: Das Ergebnis pro Aktie erhöhte sich auf 2,11 Euro - nach 1,70 Euro im Vorjahr. Der Kurs der Schering-Aktie legte bis Börsenschluss um 1,55 Prozent auf 66,01 Euro zu.

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