Wirtschaft : Schering meldet Gewinnsprung

Verluste im Asiengeschäft erfolgreich kompensiert / Betaferon in den USA unter Konkurrenzdruck BERLIN (dw).Die Schering AG hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf über 6,2 Mrd.DM steigern können.Wie der Berliner Pharmakonzern in seinem vorläufigen Jahresbericht am Montag mitteilte, habe sich die Asienkrise im Saldo kaum auf das Geschäft ausgewirkt.Positiv hätten sich aber höher bewertete Währungen, wie etwa der US-Dollar, im Geschäftsergebnis niedergeschlagen.Bereinigt um Wechselkursgewinne und den Umsatzzuwachs durch Firmenaufkäufe stieg der Umsatz des Konzerns um knapp sieben Prozent.Auch die Gewinnentwicklung habe sich mit einem Zuwachs von 96 Mill.DM im vierten Quartal fortgesetzt.Für das Gesamtjahr 1997 "haben sich unsere Gewinnerwartungen mit einer Ertragsverbesserung von 23 Prozent in vollem Umfang erfüllt", heißt es in dem Unternehmensbericht.Demnach stieg der Gewinn in absoluten Zahlen von 362 Mill.DM auf 446 Mill.DM.Wie Schering-Sprecher Ralf Harenberg erklärte, gehe das Unternehmen für 1998 von einer weiteren Umsatzsteigerung auf rund 6,6 Mrd.DM aus.Auch an der Gewinnprognose des Vorstandsvorsitzenden Guiseppe Vita habe sich angesichts der vorläufigen Bilanzzahlen nichts geändert: Vita hatte kürzlich erklärt, das Ergebnis werde 1998 "im oberen, einstelligen Bereich" wachsen.Für 1997 will Schering die Dividende um 25 Prozent auf 2,50 DM pro 5-DM-Aktie erhöhen. Das inländische Geschäft trug kaum zum Erfolg bei."Die negativen Einflüsse der Maßnahmen zur Kostensenkung im deutschen Gesundheitswesen haben sich weiter verschärft", heißt es in dem Bericht.Trotz der Eingliederung des Unternehmens Jenapharm stieg der Umsatz in Deutschland nur um etwa ein Prozent.Zweistellige Umsatzgewinne gab es im europäischen Ausland und in Lateinamerika.Insgesamt wurde das Umsatzwachstum mit einem Plus von 30 Prozent auf 2,1 Mrd.DM von Produkten der Fertilitätskontrolle und Hormontherapie getragen.Von diesem Umsatz entfielen 172 Mill.DM auf die Akquisition Jenapharm. Ein deutliches Umsatzplus bescherten auch die Therapeutika, allen voran das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon.Die Produktgruppe legte um 32 Prozent auf 1,9 Mrd.DM zu.In den USA bekam Betaferon allerdings Gegenwind von zwei Konkurrenzprodukten.Der Umsatz ging daher um zehn Prozent auf 311 Mill.DM zurück.Schering-Sprecher Harenberg betonte jedoch, daß sich die Zahl der behandelten Patienten in den USA trotz größerer Konkurrenz mit rund 23 000 erfreulich stabil gehalten habe.In Europa habe sich "die ausgezeichnete Entwicklung von Betaferon fortgesetzt." Allein in Großbritannien könne man ein Umsatzplus von 78 Prozent verzeichnen. 1997 stieg die Zahl der Beschäftigten wegen der Zukäufe Jenapharm und Leiras um 8 Prozent auf 21 302.Der Personalaufwand stieg um 16 Prozent auf 2,06 Mill.DM.

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