Schering : Mit guten Zahlen Richtung Übernahme

Der Vorstandsvorsitzende des Berliner Pharmakonzerns Schering, Hubertus Erlen, hat die Übernahme durch Bayer erneut als alternativlos verteidigt. Eine Zukunft als unabhängiges Unternehmen sei nicht mehr möglich gewesen, sagte Erlen.

Berlin - Zwar hätten Vorstand und Mitarbeiter ursprünglich die Unabhängigkeit bevorzugt. Mit der Offerte des Darmstädter Unternehmens Merck sei Schering jedoch einer Dynamik ausgesetzt worden, der man sich letztlich nicht mehr habe entziehen können, sagte Erlen am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin.

Vor diesem Hintergrund habe man sich entschlossen, das Bayer-Angebot zu unterstützen, weil es dem Wert des Unternehmens angemessen sei und sehr gute Perspektiven für die Entwicklung des Geschäftes und auch für die Mitarbeiter biete. Bei den Gesprächen mit Bayer sei klar geworden, dass eine Zukunft als unabhängiges Unternehmen nicht mehr möglich gewesen sei. In der Onkologie werde es durch den Zusammenschluss mit Bayer bei der Forschung besonders viele Synergien geben, sagte Erlen.

Vor Beginn der Hauptversammlung hatte Schering die vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Danach stieg der Konzerngewinn um 21 Prozent auf 174 Millionen Euro. Der Umsatz sei um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro geklettert. Stärkste Wachstumstreiber seien Betaferon, ein Medikament gegen multiple Sklerose, und das Verhütungsmittel Yasmin gewesen. Mit diesen "glänzenden Zahlen" sei Schering auf gutem Wege, die für 2006 gesteckten Ziele zu erreichen, sagte Erlen. Die Zahlen fielen Analysten zufolge etwas besser aus als erwartet. Allerdings stünden die Daten wegen der Übernahme nicht mehr so sehr im Rampenlicht.

Am Dienstagabend hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Schering den Aktionären die Annahme des Bayer-Übernahmegebotes empfohlen. Bayer will sämtliche Aktien der Schering AG zu einem Preis von 86 Euro je Stück in bar zu übernehmen.

Die Pharmageschäfte von Bayer und Schering würden sich ergänzen, erklärten Vorstand und Aufsichtsrat weiter. Durch die Zusammenführung solle ein Pharmageschäft geschaffen werden, das sich auf dem Weltmarkt mit größerem Gewicht behaupten könne. Darüber hinaus sei zwischen den Vorständen beider Unternehmen vereinbart worden, den Abbau von Personal auf beide Unternehmen fair zu verteilen und sozialverträglich zu gestalten. (tso/ddp)

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