Wirtschaft : Schering-Pille bleibt in Brasilien auf dem Markt

SAO PAULO/BERLIN (dw).Der Berliner Pharmakonzern Schering hat Berichte vom Wochenende zurückgewiesen, wonach die von Schering hergestellten Antibaby-Pillen in Brasilien vom Markt genommen werden sollen."Es gibt kein Verkaufsstopp", stellte Schering-Sprecher Volker Oetzel am Montag klar.Schering do Brasil habe lediglich einen Teil der Produktionsanlage für sieben Tage stillgelegt, um weitere Inspektionen durchzuführen.Das Produkt sei aber weiter überall erhältlich.Schering reagiert mit den Kontrollen auf produktionstechnische Probleme, die vor einigen Wochen dazu geführt hatten, daß einige Packungen des Emfängnisverhütungsmittels Microvlar eine Pille zuwenig enthielten.Oetzel betonte, daß im Durchschnitt nur eine von 100 000 Packungen davon betroffen waren.An dem Bericht eines brasilianischen Fernsehsenders vom Wochenende, wonach alle Schering-Pillen vom brasilianischen Markt genommen wurden, sei nichts dran.

Der Schering-Sprecher konnte auch die Berichte über eine angeblich verhängte Geldstrafe für Schering do Brasil nicht bestätigen.In der vorvergangenen Woche hatte es in Zeitungsberichten geheißen, das brasilianische Gesundheitsministerium habe über das Unternehmen eine Geldstrafe verhängt, nachdem durch einen ungeklärten Diebstahl wirkungslose Test-Pillen von Schering in Umlauf gebracht worden waren und mehrere Frauen ungewollt schwanger geworden sein sollen.Schering habe von dem angeblich verhängten Ordnungsgeld bislang nur aus der Presse erfahren, erklärte der Berliner Konzernsprecher Oetzel am Montag.Ein offzielles Schreiben brasilianischer Behörden liege zur Zeit jedenfalls noch nicht vor.Wie der Konzern auf ein eventuelles Ordnungsgeld reagieren werde, stehe noch nicht fest.Oetzel bedauerte, daß sich inzwischen durch eine Vielzahl unbestätigter Meldungen aus dem Land "ein völlig falsches Bild" der Schering-Aktivitäten in Brasilien ergebe.

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