Wirtschaft : Schering profitiert von starkem US-Geschäft

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Ein überraschend gutes US-Geschäft hat der Berliner Schering AG im ersten Quartal einen zweistelligen Gewinnzuwachs beschert. Auch für das Gesamtjahr rechnet Konzernchef Hubertus Erlen mit kräftigem Wachstum. "Wir werden beim Gewinn zweistellig zulegen", sagte Erlen dem Tagesspiegel am Freitag. Beim Umsatz erwartet der Konzernchef Wachstum im "hohen einstelligen Bereich". Dabei sei die Krise in Argentinien sowie die Situation in Japan, wo die Regierung Preisabschläge angekündigt hat, bereits berücksichtigt.

Schering hat sich das Ziel gesteckt, den Umsatz in den USA - dem margenstärksten Pharmamarkt der Welt - bis zum Jahresende um 20 Prozent zu steigern. Nach dem ersten Quartal sieht sich Erlen auf gutem Weg: Der US-Umsatz kletterte um 29 Prozent auf 311 Millionen Euro - vor allem dank guter Umsätze mit dem neuen Verhütungsmittel Yasmin und dem Multiple-Sklerose(MS-)Medikament Betaferon. Einbußen musste Schering dagegen in Japan und Argentinien hinnehmen.

Besser als erwartet entwickelt sich im ersten Quartal der Verkauf der Anti-Baby-Pille Yasmin. Erst in dieser Woche hatte Schering die Umsatzprognosen für das Mittel auf 400 Millionen Euro erhöht. Am Freitag schraubte der Konzern auch die Erwartungen für das Hormonprodukt Mirena nach oben. Schering geht nun von jährlichen Spitzenumsätzen von 200 (bisher 150) Millionen Euro aus.

Die Börse honorierte die positiven Unternehmensnachrichten. Bis zum Nachmittag stieg der Kurs der im Dax notierten Aktie in einem schwachen Umfeld um 3,67 Prozent auf 67,85 Euro. "Die Zahlen liegen etwa im Rahmen der Erwartungen", sagte Klaus Kis, Pharma-Analyst von Merck & Finck. Überraschend sei der starke Zuwachs in den USA gewesen. Betaferon und Yasmin hätten sich besser verkauft als erwartet.

Mit Spannung erwarten Analysten jetzt die Entwicklung des MS-Mittels Betaferon in den USA. Die Schweizer Serono hat dort vor wenigen Wochen die Zulassung für das Konkurrenzmittel Rebif erhalten. Commerzbank-Analystin Claudia Schmitt rechnet mit Auswirkungen auf den Betaferon-Verkauf im 2. Quartal. Erlen verwies dagegen auf eine Studie im Auftrag der italienischen Regierung, die am Freitag veröffentlicht wurde. Sie zeige eine hohe Wirksamkeit von Betaferon gegenüber Konkurrenzprodukten.

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