Wirtschaft : Schering sieht rauhen Zeiten entgegen

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Von Maren Peters

Für Schering wird das Umfeld rauher. Sah es lange so aus, als könnte sich der Berliner Pharmakonzern dank kluger Planung von dem Negativtrend der Branche abkoppeln, so zeichnet sich jetzt eine Wende zum Schlechteren ab. Schon 2003 könnte es ernsthafte Probleme geben: Wechselkursschwankungen könnten die Bilanz verhageln, und es ist kein Geheimnis, dass die USZulassungsbehörde für Medikamente (FDA) Hormonprodukte für Frauen im Augenblick besonders kritisch sieht. Hormonpräparate aber sind das Spezialgebiet von Schering.

Eine Ahnung davon, dass auch Schering nicht vor Risiken gefeit ist, haben Anleger vor gut einer Woche bekommen. Der Kurs brach ein, nachdem die FDA wieder einmal die Zulassung für ein Hormonpflaster wegen möglicher Brustkrebs- und Infarktrisiken verweigerte. Viele Banken raten nun zum Verkauf des ehemaligen Dax-Vorzeigewertes. Zwar sagt der Konzern, dass die Hormonpflaster gar nicht so wichtig für die Konzernbilanz sind. Marktbeobachter sehen das anders. Schließlich sind die USA der wichtigste und am schnellsten wachsende Markt für Schering. Und das Pflaster sollte dort zusammen mit der Antibaby-Pille Yasmin einen starken Auftritt für Schering garantieren.

Daraus wird erstmal nichts. Wenn Schering Pech hat, muss das Unternehmen nun völlig neu beweisen, dass seine Produkte niemandem schaden. Das kann zwei bis drei Jahre dauern und ist sehr teuer. Zudem ist das Ergebnis völlig offen. Aktionäre sollten sich auch bei Schering auf härtere Zeiten einstellen. Das zeigt: Auch Schering-Aktien sind keine risikoarme Anlage mehr.

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