Schering : Über 1000 Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau

Mehr als 1000 Schering-Mitarbeiter haben in Berlin gegen den geplanten Abbau von möglicherweise bis zu 1000 Stellen protestiert.

Berlin - Schering-Betriebsratschef Norbert Deutschmann sagte, Berlin wolle "nicht Verlierer der Integration in den Bayer-Konzern sein". Der geplante Stellenabbau in der Hauptstadt müsse sozialverträglich und fair ablaufen. Er forderte die Konzernspitze auf, nicht erst wie vorgesehen am 2. März konkrete Zahlen zu veröffentlichen. "Die Verunsicherung in der Belegschaft wächst stündlich", sagte er.

Wowereit kritisiert Vorstand

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) warf dem Vorstand des Bayer-Schering Konzerns einen schlechten Umgang mit den Mitarbeitern vor. Es müsse "bei den hohen Gewinnen doch möglich sein, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten", erklärte er. Der Wegfall der Arbeitsplätze sei für Berlin ein "herber Verlust".

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Schering-Erwerber Bayer im Gegensatz zu früheren Erklärungen möglicherweise über 1000 Arbeitsplätze in Berlin abbauen will. Die Berliner Belegschaft soll erst am 2. März offiziell informiert werden. Bis dahin soll es weitere Beratungen zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern geben. Am Mittwoch hatten sich bereits zur Mittagszeit rund 1000 Beschäftigte im Foyer des Hauptgebäudes im Stadtteil Wedding versammelt, um ihrem Unmut über die Planungen der Konzernspitze Ausdruck zu verleihen.

Die Leverkusener hatten den Berliner Produzenten von Anti-Baby-Pillen im vergangenen Jahr nach langer Bieterschlacht mit dem Darmstädter Konkurrenten Merck für knapp 17 Milliarden Euro übernommen. (tso/ddp)

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