Wirtschaft : Schering: Vorentscheidung um Standortverteilung

Teil der Entwicklung soll von Leverkusen nach Berlin verlegt werden / Aufsichtsrat entscheidet

Maren Peters

Berlin - In der Entscheidung um die Standortverteilung bei Bayer Schering Pharma (BSP) hat es offenbar eine Vorentscheidung gegeben. Nach Informationen des Tagesspiegel aus unternehmensnahen Kreisen soll die pharmazeutische Entwicklung vom Bayer-Stammsitz in Leverkusen nach Berlin verlegt werden. Dafür werde die chemische Entwicklung von Berlin, wo derzeit rund 230 Beschäftigte arbeiten, an den Bayer-Standort nach Wuppertal umziehen, hieß es weiter. Es sei nicht zu erwarten, dass alle Arbeitsplätze erhalten blieben.

In Leverkusen haben am Dienstag rund 170 Beschäftigte gegen die drohende Schließung des Entwicklungsstandortes demonstriert und einen Protestbrief an den Konzernvorstand abgegeben. Die endgültige Entscheidung will der Aufsichtsrat von BSP dem Vernehmen nach am heutigen Mittwoch fällen.

BSP-Sprecher Oliver Renner wollte zu den Informationen keine Stellung nehmen. Er verwies erneut auf noch laufende Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Die Entscheidung werde den Berliner Beschäftigten am Freitag mitgeteilt. Der Betriebsrat in Berlin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Tagesspiegel hatte vergangene Woche erfahren, dass insgesamt 1000 der 5500 Arbeitsplätze in Berlin gestrichen werden sollen. Der Bayer-Konzern, der Schering 2006 gekauft hatte, wollte das weder bestätigen noch dementieren.

Der Druck im Unternehmen BSP sei enorm, hieß es. Seit Tagen kursierende Gerüchte, wonach der oberste Schering-Vertreter im Integrationsausschuss, Hubertus Hakert, zurückgetreten sein soll, wies Renner aber zurück. Zu der Information, dass der erst vor wenigen Wochen ernannte Forschungsvorstand Andreas Busch eines Herzinfarkt erlitten haben soll, sagte er nur: „Herr Busch unterzieht sich einer medizinischen Untersuchung im Krankenhaus.“

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