Wirtschaft : Scherings Sparpläne lassen die Börse kalt Kurs der Aktie zeitweise zwei Prozent im Minus

Maren Peters

Berlin - Schering hat ab 2007 weitere Einsparungen angekündigt und seine Gewinnerwartungen bestätigt. „Wir sind auf gutem Weg, unser ehrgeiziges Ziel zu erreichen“, sagte Hubertus Erlen, der Vorstandschef des Berliner Pharmakonzerns, bei einem Analystentreffen am Montag in Berlin. Der Kurs der Aktie verlor trotzdem an Wert.

Schering hatte vor einem Jahr ein großes Sparprogramm in Angriff genommen. Durch Streichung von 2000 Stellen (auch in Berlin) und die Schließung kleinerer Werke sollen die Kosten bis 2006 um 200 Millionen Euro gesenkt werden. Damit will Schering erreichen, dass der Gewinn deutlich stärker wächst als der Umsatz. Bis 2006 soll die Umsatzrendite auf 18 Prozent steigen, in diesem Jahr will Schering die 16-Prozent-Grenze knacken.

Nach Angaben von Finanzvorstand Jörg Spiekerkötter werden bis zum Jahresende 1800 der 2000 Stellenstreichungen umgesetzt sein. Drei Pharma-Werke im Ausland seien bereits verkauft, sechs weitere würden gerade darauf vorbereitet.

Der Schering-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Heinz-Georg Webers sagte, von den geplanten Sparprojekten seien 50 Prozent eingefahren, warnte aber, dass die zweite Hälfte schwieriger werde. „In der letzten Etappe geht es immer den steilsten Berg hoch“, sagte er dem Tagesspiegel.

Als Folge des Sparprogramms will Schering ab 2007 jährlich mindestens 105 Millionen Euro weniger ausgeben als 2003, kündigte Finanzchef Spiekerkötter an.

Das Börsenparkett konnte der Schering-Manager damit nicht überzeugen. Der Kurs der Aktie verlor in einem schwachen Marktumfeld zeitweise mehr als zwei Prozent. Zu Börsenschluss notierte er bei 51,12 Euro (minus 1,14 Prozent).

„Der Markt hat die Gewinnziele bereits honoriert“, sagte Matthias Engelmayer, Pharmaanalyst von Independant Research. „Was die Aktie jetzt braucht, sind gute Nachrichten bei neuen Medikamenten.“ Die Zukunft des wichtigsten Kandidaten, des Krebsmittels PTK/ZK, von dem Schering einen Umsatz von über einer Milliarde Euro erwartet, habe sich nach negativen Studiendaten aber deutlich verschlechtert. Auch eine Zulassungsempfehlung der zuständigen EU-Behörde für ein neues Kontrastmittel konnte die Fantasie der Börse nicht beleben. Das Produkt soll einen Spitzenumsatz von 100 Millionen Euro erzielen.

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