Wirtschaft : Scheurle: Telefonkunden nicht weiter belasten

Unternehmen sollen sich Gebühren teilen / Gespräch am Montag

KÖLN / FRANKFURT (MAIN) (AFP).Die konkurrierenden Telefonunternehmen sollen sich nach dem Willen der neuen Regulierungsbehörde die Ablösegebühren teilen, die die Telekom von ihren Kunden beim Wechsel zu anderen Anbietern erheben will.Auch im Eigeninteresse der Wettbewerber halte er es nicht für angemessen, die Kunden mit neuen Preisen zu belasten, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, der "Kölnischen/Bonner Rundschau".Die Regulierungsbehörde, die die Gebühren genehmigen muß, will am kommenden Montag über die Probleme mit den Telefongesellschaften beraten.Mannesman Arcor will gegenüber der Regulierungsbehörde auch das Problem der Nichtweiterleitung von Gebührenimpulsen durch die Telekom ansprechen. Scheurle sieht bei den Unternehmen die Bereitschaft, die Kosten unter sich abzudeêken.Die Regulierungsbehörde stehe deutlich auf Seiten der Bürger, sagte Scheurle.Auch die Konkurrenz drängt auf eine zügige Klärung."Im Sinne des Kunden muß sehr schnell eine Entscheidung getroffen werden", sagte eine Arcor-Sprecherin gestern. Nach dem Start in den liberalisierten Telefonmarkt war die Telekom heftig kritisiert worden, weil sie von Kunden, die ganz zu einem neuen Anbieter wechseln, einmalig 53 DM für die Mitnahme der alten Telefonnummer verlangen wollte.Wer sich bei Ferngesprächen dauerhaft für eine andere Telefonfirma entscheidet - sogenannte Pre-Selection - sollte einmalig 95 DM berappen.Am Dienstag hat die Telekom diese Gebühren vorerst ausgesetzt.Die Konkurrenz findet die Preise eindeutig überhöht. Neben dem Streit um die Wechselgebühren muß sich die neue Regulierungsbehörde vermutlich bald auch mit dem Problem befassen, daß die Telekom bislang Tarifimpulse ihrer Konkurrenten nicht weiterleitet.Wer von seinem bei der Telekom angemeldeten Apparat mit einer speziellen Vorwahl Ferngespräche über einen Konkurrenzanbieter führt, erhält dadurch keine Gebührenanzeige auf dem Display seines Telefons eingeblendet.In Hotels etwa tauchen solche Gespräche erst am Monatsende auf der Rechnung auf und können nicht direkt bei der Abreise des Gastes abgerechnet werden.Einige Hotels haben die Netzzugangsnummern der Telekom-Konkurrenten daher sperren lassen.Arcor will dieses Problem gegenüber der Regulierungsbehörde ansprechen, hat bislang aber noch keine formale Beschwerde gegen die Telekom eingereicht. Scheurle kritisierte die Pläne einzelner Kommunen, Standmieten für Telefonzellen in ihren Gebieten zu erheben.Jede Kommune sollte froh sein, in ihrem Stadtbezirk öffentliche Telefonstellen zu haben.Das sei auch im Zeitalter des Handys wichtig, sagte Scheurle weiter.

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