Wirtschaft : Schickedanz will in die vordersten Ränge

Umfassende Zusammenarbeit mit Karstadt geplant / Neuordnung abgeschlossen NÜRNBERG (dpa).Die Schickedanz-Gruppe (Quelle) will nach der Übernahme der Regie bei Karstadt in die vordersten Ränge des europäischen Handels vorstoßen und ihre Ertragskraft nachhaltig stärken.Die Neuordnung mit der Ausrichtung auf die Bereiche Handel und Dienstleistungen sei vorläufig abgeschlossen, sagte Vorstandsmitglied Ingo Riedel von der Schickedanz Holding-Stiftung & Co.KG, Fürth, am Freitag in Nürnberg.Der Gruppenumsatz beim Handel sank im Geschäftsjahr 1997/98 (31.Januar) um ein Prozent auf 13,9 Mrd.DM.Mit Finanzdienstleistungen erzielte Schickedanz dagegen hohe Wachstumsraten.Die Zusammenarbeit der Karstadt AG, Essen, mit Schickedanz soll sich auf weltweiten Einkauf, Logistik, Finanzdienstleistungen, Neue Medien und die Erschließung neuer Märkte erstrecken, sagte Riedel.Die Fürther wollen das 30-Prozent-Aktienpaket der Hertie-Stiftung, Frankfurt (Main) übernehmen und hielten dann 48 Prozent mit einer Option auf weitere drei Prozent an Karstadt.Mit einem Gesamtumsatz von rund 40 Mrd.DM zählen Schickedanz und Karstadt zu den zehn größten Handelsgruppen Europas.Bei der Zustimmung des Bundeskartellamtes sehe er keine Probleme mehr, sagte Riedel.Über den Preis des Aktienpakets, das Schickedanz "mit Partnern schultert", machte Riedel keine Angaben.Er sprach von einem rigorosen Verdrängungswettbewerb im Handel."Die Spielregeln werden derzeit neu geschrieben", so Riedel.Zwischen Quelle und Karstadt/Neckermann soll es eine klare Zweimarkenstrategie geben.Von der Zusammenarbeit würden erhebliche Ergebnisverbesserungen erwartet.Über das Ergebnis 1997/98 äußerte Riedel lediglich, das schwache Konsumklima sei "nicht spurlos" geblieben.Die Quelle-Gruppe als Europas größter Versandhändler schloß mit 11,9 Mrd.DM (Vorjahr: 12,0 Mrd.DM) Umsatz ab.Die fusionierte Sinn Leffers AG verbuchte im Textilhandel bei einem Umsatz von 1,7 Mrd.DM ein Minus von vier Prozent.Hohe Wachstumsraten gab es dagegen im Finanzdienstleistungsgeschäft.Die Quelle Bank als größte deutsche Direktbank steigerte mit 540 000 Kunden ihr Geschäftsvolumen um 27 Prozent auf 5,8 Mrd.DM.Die Quelle Versicherungsgruppe verzeichnete bei den Bruttobeiträgen einen Zuwachs um knapp acht Prozent auf rund 800 Mill.DM, bei der Quelle Bausparkasse stiegen die Einlagen um 18 Prozent auf 270 Mill.DM.Die Finanzdienstleistungsgruppe konzentriert sich nach den Worten von Vorstand Jens-Jürgen Böckel ausschließlich auf die Wachstumspotentiale im Direktgeschäft.In der Gruppe waren 30 515 Menschen beschäftigt.Dies waren 2700 weniger als ein Jahr zuvor.Den Rückgang begründete Riedel unter anderem mit dem Verkauf der Noris Verbraucherbank GmbH im vergangenen Jahr an die Bayerische Vereinsbank AG, München.

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