Schicksalstage für Opel : Big Ed, Fritz & Co

Im Verwaltungsrat des größten US-Autokonzerns haben zehn Männer und drei Frauen zu bestimmen, was aus Opel wird. Porträts der Entscheider.

Am Dienstag und Mittwoch kommt der GM-Verwaltungsrat zusammen. Ein Punkt der Tagesordnung ist die Zukunft von Opel. Seit 80 Jahren gehört die deutsche Tochter dem US-Konzern. Angesichts der – inzwischen überwundenen – Insolvenz schien ein Verkauf sicher. Die Bundesregierung und die Gewerkschaften hatten sich auf ein Konsortium aus der russischen Sberbank und dem kanadisch- österreichischen Autozulieferer Magna festgelegt.

Doch Detroit zieht nicht mit. Man will sich keine Konkurrenz in Russland schaffen. „Das war für die Amerikaner von Anfang an ein Problem. Die Deutschen können nicht zwischen den Zeilen lesen, sondern beziehen sich immer nur auf die Beschlusslage“, erzählt ein Insider. Zwischenzeitlich schien GM den Finanzinvestor RHJI zu präferieren, aber inzwischen steht der Verkauf ganz infrage.

Die IG Metall fordert eine Entscheidung vor Beginn der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in der kommenden Woche. Auch die Bundestagswahl in knapp drei Wochen ist hierzulande ein Bezugspunkt. Sicher ist: Der Verwaltungsrat als oberstes Gremium des größten amerikanischen Autokonzerns lässt sich nicht aus Deutschland unter Druck setzen.

Und in ihm weht seit Juli ein frischer Wind: Nur sechs Mitglieder sind schon länger dabei. Die Neuankömmlinge, so unerfahren sie vielleicht in der Branche sein mögen, sind gestandene Manager, die alle Alternativen ökonomisch prüfen und keine Vorfestlegungen akzeptieren.Tsp

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