Wirtschaft : Schiffbau-Branche: Auftragslage sichert Jobs bis 2003

Die internationale Schiffbauindustrie fährt Volldampf voraus. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher der Werften und Zulieferer könnten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die diesjährige Fachmesse SMM (Shipbuilding, Machinery & Marine Technology) kaum besser sein, sagte der Vorsitzende des Messebeirats, Herbert von Nitzsch, am Montag. Zu der Messe erwarten die Hamburger Veranstalter bis Samstag zwischen 35 000 und 40 000 Fachbesucher. Mit 1340 Ausstellern aus 46 Nationen kommen in diesem Jahr mehr Unternehmen zu der weltweit führenden Schiffbaufachmesse als je zuvor.

Die aktuelle Auftragslage sichere der internationalen Werft- und Zuliefererindustrie rein rechnerisch die Beschäftigung auf dem gegenwärtigen Produktionsniveau bis ins Jahr 2003, sagte von Nitzsch. Marktführer seien seit 1999 die südkoreanischen Werften, die Japan auf Platz zwei verdrängt hätten. Deutschland musste seinen dritten Platz an China abgeben.

Trotz Auftragsboom sieht von Nitzsch mit der Preisentwicklung auch einen Wermutstropfen im Glas der Industrie. Ungeachtet der starken Nachfrage seien die Preise für neue Schiffe gegenüber Ende 1997 um bis zu 30 Prozent gefallen. Ursache seien Überkapazitäten bei den Produktionsanlagen von rund 20 Prozent. Der dadurch ausgelöste "ruinöse Wettbewerb" habe die vor allem in Europa und Japan durchgeführten Stabilisierungsmaßnahmen wieder zunichte gemacht. Die Industrie hoffe bei diesem Problem auf die Hilfe der Politik. Eine Anfang dieses Jahres geschlossene Vereinbarung der EU-Kommission mit Südkorea zur Schaffung fairer Wettbewerbsverhältnisse müsse auch auf andere Schiffbauländer ausgedehnt werden, forderte von Nitzsch. Optimismus verbreitet sich unterdessen zunehmend auch bei den deutschen Reedern.

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