Wirtschaft : Schindler kommt gut durch

Trotz Bau-Krise wird der Umsatz gehalten / Neues Produkt BERLIN (dr).Die Schindler Gmbh, Berlin, hat den Rückgang auf dem Immobilienmarkt zwar zu spüren bekommen, bisher aber gut überstanden.Sowohl Umsatz als auch Ertrag konnten leicht erhöht werden.Der Auftragseingang habe sich im abgelaufenen Jahr auf rund 707 Mill.DM belaufen, und damit sei die Vorjahreshöhe gehalten worden, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung Harald J.Joos am Dienstag abend vor der Presse.Der Marktanteil von 20 Prozent beim Neuanlagengeschäft konnte gehalten werden.In der Stückzahl ging zumindest bei den Aufzügen die Tendenz jedoch deutlich nach unten.Waren es bei Schindler im Jahre 1996 noch 16 000, rechnet Joos für das kommende Jahr nur noch mit 12 000.Zudem ordert die Kundschaft vermehrt eher einfache Modelle, die Zeit der aufwendigen, individuell gestalteten Modelle scheint gegenwärtig vorbei zu sein.Dennoch wurden einige bemerkenswerte Neuaufträge an Land gezogen.Dazu gehören unter anderen das Eurotheum mit 12 Hochleistungsanlagen in Frankfurt (Main) im Wert von etwa 10 Mill.DM sowie ein Auftrag über fast 50 Fahrtreppen von der ECE in Hamburg zum Einbau in verschiedenen Einkaufszentren.Daneben läuft die Fortführung des Auftrages von Debis am Potsdamer Platz. Dennoch hat sich Schindler ehrgeizige Ziele gesetzt.1996 erreichte der Gewinn noch 30 Mill.DM.Die Umsatzrendite vor Steuern, die 1996 noch bei vier Prozent lag, soll bis 1999 auf zehn Prozent erreichen.Dazu dient auch ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm.Die sechs regionalen Niederlassungen sind weitgehend dezentralisiert worden, intern hat man das Programm "Lift" eingeführt.Es soll die Mitarbeiter motivieren.Allerdings wurden auch mit den Betriebsrat Kürzungen der übertariflichen Leistungen vereinbart und Stellen abgebaut.Waren es 1996 noch etwa 3600 ist die Zahl im vergangenen Jahr auf 3400 gesunken.Dieser Abbau ist fast ausschließlich in Berlin erfolgt, denn hier sank die Zahl der Arbeitnehmer von 1400 auf 1200.Joos betonte jedoch ausdrücklich das gute Verhältnis der Geschäftsführung zu den Mitbestimmungsgremien und erklärte ausdrücklich, daß Schindler im Arbeitgeberverband bleiben wolle. Das neue Produkt von Schindler ist seit April auf dem Markt.Verkauft wurden davon bisher fast 200 Stück.Der Aufzug kommt ohne Tragseile oder Hydraulik aus.Er bewegt sich mit einem Radantrieb in einem speziellen Aluminiumschaft auf- und abwärts.

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