Wirtschaft : Schindler setzt auf Service

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Die deutsche Schindler-Gruppe rechnet nach Einschätzung ihres neuen Chefs, Albert Haffert, für dasJahr 2002 mit einem stabilen Umsatz. 2001 hatte der Aufzughersteller 470 Millionen Euro umgesetzt und war damit unter dem Vorjahresniveau geblieben. Gleichwohl verbesserte sich die Ertragslage. Dazu haben nach Angaben des Unternehmens der Kundendienst, insbesondere Reparatur und Modernisierung beigetragen.

Auch in diesem Jahr verspricht sich die Gruppe viel vom Service-Bereich. Rund zwei Drittel des Umsatzes entfallen mittlerweile auf den Bereich Kundendienst, ein Drittel auf das Neuanlagengeschäft. Die Schindler Deutschland Holding beschäftigt bundesweit 3800 Mitarbeiter. In Berlin sind es nach der Schließung der Produktionsstätte 1999 noch 900 Mitarbeiter.

Haffert ist seit 1997 Mitglied der Geschäftsführung und seit 1984 für Schindler Deutschland tätig. Anfang des Jahres hatte er vom langjährigen Chef Harald Joos den Posten als Vorsitzender der Geschäftsführung übernommen. Joos, der noch bis Donnerstag Mitglied der Geschäftsführung war, wechselt zum 1. April an die Spitze der Stuttgarter Stihl-Gruppe - dem Weltmarktführer für Motorsägen. Außerdem wird er Mitglied des Aufsichtsrates der deutschen Schindler-Gruppe. Unter Joos erhöhte sich der Umsatz von Schindler Deutschland um 40 Prozent - allerdings spielten dabei auch Akquisitionen eine Rolle.

Der Führungswechsel vollzieht sich in schwierigen Zeiten. Die Konjunkturflaute und die Krise am Bau beeinträchtigen die Geschäfte des Aufzugsherstellers seit geraumer Zeit. Die gesamte Branche verkaufte im vergangenen Jahr drei Prozent weniger Anlagen. Insgesamt waren das 13 000 bis 14 000 Neuanlagen. Dabei stieg der Anteil der so genannten maschinenraumlosen Aufzüge an den Produkten bundesweit um 24 Prozent. Diese platzsparenden Aufzüge, die, wie der Name sagt, ohne eigenen Maschinenraum auskommen, sind seit drei Jahren auf dem Markt und werden vorzugsweise in Wohnhäusern eingebaut.

Als besonders schwierig stellt sich die Lage auch in Berlin und den neuen Bundesländern da. Nachdem die Branche in der Hauptstadt 1996 noch ein Spitzenwert von 2600 verkauften Neuanlagen verzeichnet wurde, hat sich die Stückzahl mittlerweile auf 1100 bis 1200 eingependelt.

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