• Schlagabtausch am ersten Tag des Metallerstreiks Arbeitgeber wollen klagen 11400 Streikende in Ostdeutschland

Wirtschaft : Schlagabtausch am ersten Tag des Metallerstreiks Arbeitgeber wollen klagen 11400 Streikende in Ostdeutschland

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Berlin (alf). Der Arbeitskampf in der sächsischen Metallindustrie spitzt sich zu. Zum Auftakt des Streiks kündigten die Arbeitgeber eine Klage gegen die IG Metall an, weil die Urabstimmung offenbar „nicht nach allgemeinen demokratischen Regeln zustande gekommen“ sei. Die IG Metall antwortete mit dem Verdacht, „dass Sachsens Arbeitgeber nicht richtig zuhören, lesen und rechnen können“. Nach Angaben der IG Metall begann der Arbeitskampf am Montag in 14 Betrieben mit insgesamt 11400 Beschäftigten. Am Montagabend traten mit Beginn der Nachtschicht die Stahlarbeiter des Elektrostahlwerks Brandenburg (Havel) in den Ausstand. Betroffen waren damit 15 Unternehmen. Und zwar acht Betriebe in der Metallindustrie im Raum Zwickau und Chemnitz mit 6750 Streikenden und sieben ostdeutsche Stahlbetriebe mit rund 5000 Streikenden. Die IG Metall will mit den Kampfmaßnahmen einen Stufenplan Richtung 35Stunden-Woche erreichen und hat dazu in der gesamten ostdeutschen Stahlindustrie sowie in der sächsischen Metallindustrie zum Streik aufgerufen. Ende dieser Woche sollen auch die IG-Metall-Mitglieder in Berlin und Brandenburg über die Teilnahme am Arbeitskampf abstimmen.

Der Streikführer der Gewerkschaft, Hasso Düvel, forderte vor VW-Beschäftigten in Mosel die Arbeitgeber auf, „ihr Versprechen von 2002 einzulösen“ und mit der IG Metall über die schrittweise Einführung der 35-Stunden-Woche zu verhandeln. Dagegen verwies der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) auf die eigenen Existenzprobleme. Der Streik werde auch der IG Metall schaden, weil weitere Firmen den VSME verlassen. Heute habe der Verband noch 74 Mitglieder, nach 90 zu Jahresbeginn. Anstatt eines Stufenplans zur 35-Stunden-Woche plädierte VSME-Präsident Bodo Finger für eine Verlängerung der Arbeitszeit im Westen. „Ganz Deutschland muss auf die 38, oder besser noch in einen Korridor zwischen 35 und 40 Stunden , der in den Betrieben ausgestaltet werden kann.“.

Angestellte und Arbeiter gleichgestellt

Unterdessen gab es in der norddeutschen Metallindustrie eine Einigung über den so genannten Entgeltrahmentarifvertrag (Era) . Es ist die bundesweit erste Regelung, mit der die Trennung von Arbeitern und Angestellten – und damit Lohn und Gehalt – aufgehoben wird. Die rund 130000 Metaller im Norden müssen nun tariflich neu eingruppiert werden. Für die Umsetzung haben die Betriebe bis zum Jahr 2008 Zeit, Mehrkosten sollen nicht entstehen.

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