Schlaglöcher und marode Brücken : Wirtschaft warnt vor Verfall der Infrastruktur

Seit Jahren steckt die Politik zu wenig Geld in die Infrastruktur. Jetzt schlägt die Wirtschaft Alarm: Zwei von drei Unternehmen sehen wegen Mängeln schon ihre Geschäfte beeinträchtigt.

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Immer mehr Kommunen haben nicht mehr das Geld, um ihre Schlaglöcher zu flicken.
Immer mehr Kommunen haben nicht mehr das Geld, um ihre Schlaglöcher zu flicken.Foto: dpa

Stau auf den Autobahnen, marode Brücken, langsame IT-Netze - rund 120 Milliarden Euro müssten in den kommenden Jahren in die deutsche Infrastruktur fließen, damit Deutschlands Wirtschaftsleistung keinen Schaden nimmt. Das ist das Ergebnis einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom Montag. Die heimischen Unternehmen bewerten den aktuellen
Zustand demnach zwar noch mit der Note “gut“, wie IW unter Berufung auf eine Umfrage unter 2800 Firmen mitteilte. Aber knapp zwei Drittel der Betriebe sehen ihre Geschäfte durch Mängel im Straßenverkehrsnetz bereits beeinträchtigt.

Der genannte Investitionsbedarf sollte zu je einem Drittel in Fernstraßen und Brücken fließen, in die Modernisierung der IT-Netze sowie in den Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende. Im Straßenverkehr gehe es dabei vor allem um den Ausbau und die Erhaltung der Hauptverkehrsachsen, erläuterten die Forscher. Die Stromnetze hingegen seien eigentlich in einem guten Zustand. “Sie müssen
künftig aber neuen Anforderungen gerecht werden, die sich zum Beispiel durch Schwankungen bei Wind- und Sonnenstrom ergeben", heißt es in der Expertise.

Langfristig zahlten sich Investitionen in die Infrastruktur erfahrungsgemäß aus, rechnet das IW vor: “Steckt die Politik zehn Milliarden Euro sinnvoll in Straßen, Stromnetze und Co, erhöht das laut Faustformel die Wirtschaftsleistung um 2,5 Milliarden Euro pro Jahr.“ Die Investitionen lohnten sich schon nach vier Jahren.

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