Wirtschaft : Schlangenfrau

Markus Ehrenberg

Das Wüste lebt: Geister, Rattenlöcher,Weihnachten, Krankenschwestern und Mädchen unter lila Pullovern, die in deinem Auto einschlafen. Seltsame Begebenheiten, wüst kombiniert, sperrige Personen ziehen sich durch den Erzählband. Laut Klappentext war Mark Richard Reporter, Fotograf, Radioansager, Fischer, Barmann, Detektiv und Lehrer, nun gilt er als eine der „hinreißendsten Stimmen der modernen US-Literatur“. Erstaunlich, was in ein Leben alles reinpasst. Und in einen Kopf.

Zum Thema Online Spezial: Die große Sonderseite zur Buchmesse
Service buecher.de: Dieses Buch online bestellen
Richards Südstaaten-Storys sind zärtlich, brutal und naiv. Wie die Story der Schlangenfrau, die in eine Schiffsschraube geriet und stückchenweise in der Hafeneinfahrt gefunden wird. Der malende Polizist Cecil hinterlässt das Bild „S-Muster auf Grau. Wie eine Bootsschraube aussieht, wenn sie durch Haut schneidet.“Richard erzählt lakonische Geschichten. David Lynch trifft Faulkner. Wenn Unvorhersehbarkeit und Düsternis Kriterien für gute Literatur sind, wollen wir mehr von dieser Stimme.

Mark Richard: Kein gewöhnliches Mädchen. Storys. Aus dem Amerikan. von Nikolaus Stingl. Rowohlt, Hamburg. 137 Seiten, 17,90 €.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben