Wirtschaft : Schlappe für Monti und die Verbraucher

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Von Dieter Fockenbrock

Für den Wettbewerbskommissar der EU, Mario Monti, war der Mittwoch kein guter Tag. Der Europäische Gerichtshof kippte ein Bußgeld gegen Volkswagen, weil VW seinen Händlern Preise diktiert hatte. Monti kassierte damit die vierte Schlappe. Die Richter sind der Meinung, der Kommissar habe schlampig gearbeitet, seine Bußgelder oder Fusionsverbote nicht richtig begründet.

Für die Konsumenten war es auch kein guter Tag. Sie müssen schließlich tief in die Tasche greifen, wenn der Wettbewerb nicht funktioniert. Denn die europäischen Richter legen die Messlatte so hoch, dass es auch in anderen Verfahren kaum möglich sein wird, Volkswagen & Co. unlautere Praktiken nachzuweisen. Dass die Autokonzerne versuchen, Einfluss auf die Preise ihrer Händler zu nehmen, ist verständlich. Schließlich wird im Handel noch ordentlich Geld verdient. Doch in der Marktwirtschaft hat Preisdirigismus nichts zu suchen.

Seit dem 1. Oktober besteht aber Hoffnung, dass die Autokonzerne ihren Händlern nicht mehr in die Preisgestaltung reinpfuschen werden. Denn exklusive Verträge zwischen Hersteller und Händler sind jetzt verboten. Nagelneue Golf oder Passat kann man künftig nicht nur bei den Markenhändlern kaufen. Die Modelle stehen auch bei der unabhängigen Konkurrenz zur Auswahl. Das müsste Wettbewerb ins Geschäft bringen.

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