Wirtschaft : Schlappe für Motorola und T-Systems EADS beim digitalen Polizeifunk vorne

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Berlin - Ein Konsortium um den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist der einzige verbliebene Bewerber um die Auftragsvergabe für den digitalen Polizeifunk. EADS habe nach Auswertung der schriftlichen Unterlagen das wirtschaftlichste und fachlich beste Angebot abgegeben, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Mittwoch zur Begründung. Man werde jetzt Gespräche mit EADS führen. Wenn diese erfolgreich verlaufen, werde das System getestet. Damit ist unter anderem ein konkurrierendes Konsortium um den US-Konzern Motorola und T-Systems aus dem Rennen. Der Auftrag für den digitalen Polizeifunk dürfte ein Volumen von mehreren Milliarden Euro haben.

Nach jahrelangen Querelen zwischen Bund und Ländern soll das veraltete und störanfällige analoge Funksystem der Behörden mit Sicherheitsaufgaben (das sind neben der Polizei auch Rettungskräfte und Feuerwehr) abgelöst werden. Bei dem neuen Netz ist zu unterscheiden zwischen dem Betrieb, den die Bahntochter Telematik übernehmen soll, und der Systemtechnik, die ausgeschrieben wurde. Insgesamt soll die Umstellung mehrere Milliarden Euro kosten. Bis spätestens Ende 2010 soll das System verfügbar sein. „Wir haben das wirtschaftlichste Angebot abgegeben“, sagte eine EADS-Sprecherin. „Die endgültige Entscheidung wird erst mit der Auftragsvergabe erfolgen.“ Man erwarte dies Mitte des Jahres.

Der Deutschland-Chef des US-Mobilfunkkonzerns Motorola, Norbert Quinkert, sagte, sein Unternehmen sei aus seiner Sicht überraschend frühzeitig aus dem Vergabeverfahren ausgeschieden. Motorola hatte sich zusammen mit der Telekom-Tochter T-Systems und dem Elektronikkonzern Rohde & Schwarz um die Ausschreibung beworben. Neben EADS galt Motorola als aussichtsreicher Kandidat für die Ausschreibung. „Wir geben dennoch nicht auf“, sagte Quinkert.

Derzeit sind bei Motorola Deutschland rund 700 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und Taunusstein im Bereich professioneller Funk beschäftigt. Motorola entwickelt seine Digitalfunksysteme für Geschäftskunden in Berlin. Am Standort Deutschland halte der Konzern trotz gescheiterter Bewerbung fest. „Es wird von Berlin aus für Kunden in der ganzen Welt produziert und deswegen ist und bleibt der Standort für uns wichtig“, sagte Quinkert. „Fakt ist aber, in Deutschland selbst nehmen wir an der Ausschreibung nicht mehr teil.“ Der EADS-Konzern, der mit Siemens als strategischem Partner an der Ausschreibung teilnahm, bekommt nun als einziger die Gelegenheit, sein Funksystem in einem Test zu präsentieren und prüfen zu lassen. dpa

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