Wirtschaft : Schlecht gelaufen

Mit fünf Crosstrainern sind die Tester zufrieden / Die besten Laufbänder werden wegen Weichmachern abgewertet

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Lautes Gestampfe. Laufbänder sind Nachbarn nicht zuzumuten. Foto: picture-alliance/obs
Lautes Gestampfe. Laufbänder sind Nachbarn nicht zuzumuten. Foto: picture-alliance/obsFoto: picture-alliance/ obs

So kann man sich täuschen: Da strampelt man sich zu Hause auf einem Laufband oder Crosstrainer ab und denkt, man tue etwas Gutes für seine Gesundheit – doch zugleich gefährdet man sie. Denn einige Geräte, die es in Deutschland im Handel gibt, stellen ein Gesundheitsrisiko dar. In ihren Griffen stecken Schadstoffe. Das fand die Stiftung Warentest heraus, die 15 Heimtrainer – darunter zehn Crosstrainer und fünf Laufbänder – prüfte.

Die Warentester untersuchten die Trainingseigenschaften der Geräte, also Körperanpassung, Widerstandverstellung oder den Notabstieg. Zudem prüften sie die Handhabung, also Bedienung, Montage oder Wartung, und testeten die technischen Eigenschaften (Anzeigengenauigkeit, Verschleiß) sowie die Sicherheit.

In vier Laufbändern und einem Crosstrainer fand die Stiftung Schadstoffe. Sie lösen sich durch Schweiß und können so in den Körper gelangen. Die besten Laufbänder von Horizon, Kettler und Strenghtmaster, die fürs Trainieren „gute“ Noten bekamen, wurden abgewertet, weil in den Handgriffen Weichmacher (Phtalate) standen. Das Laufband von Hammer war eigentlich nicht belastet, doch in den mitgelieferten Hanteln steckten sowohl Phtalate als auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Einige dieser PAK gelten als krebserzeugend, fruchtschädigend oder erbgutverändernd. Auch der Crosstrainer von Hammer hatte Schadstoffe in den Griffen.

Bei den Laufbändern kann man den Schadstoffen recht gut ausweichen, weil man beim Joggen die Griffe meist nicht berührt. Schwierig ist es bei Leuten, die das Gerät bei geringer Geschwindigkeit nutzen wollen und sich dabei festhalten.

Insgesamt konnten die Tester deshalb die Laufbänder nur bedingt empfehlen. Zudem sind sie recht groß, sperrig und vor allem durch das stampfende Geräusch des Läufers sehr laut.

Die Crosstrainer schnitten deutlich besser ab. Vier mit und ein Gerät ohne Leistungsanzeige waren „gut“. Die Vorteile dieser Geräte gegenüber dem Laufband: Sie brauchen weniger Platz, sind sehr leise im Betrieb und verbrauchen wenig Energie. Zudem lassen sich damit alle Muskelgruppen trainieren, die man im Alltag braucht. Die Füße bewegen sich auf einem Crosstrainer in Form einer Ellipse und simulieren Bewegungen ähnlich dem Nordic Walking oder dem Skilanglauf. Der Nutzer kann Trittgeschwindigkeit und Widerstand verstellen.

Testsieger war das Gerät Kettler CTR3 für 800 Euro. Hier lobten die Tester die hohe Anzeigengenauigkeit und den ruhigen Lauf. Fast genauso gut schnitt der Kettler Satura E ab – allerdings kostet er stolze 1200 Euro. Gute Crosstrainer gibt es auch schon ab 500 Euro, zum Beispiel Christopeit CXM 6 und Life Balance Tuvalu.

Einige Modelle erfüllten die Sicherheitsnormen nicht vollständig, obwohl sie ein Prüfzeichen tragen. Der Crosstrainer von Karstadt, der Stamm Bodyfit und das Modell von Sport Tiedje zeigten Mängel wegen zu dünner Griff-Enden.

Für ein gesundheitsorientiertes Training ist die Pulsmessung wichtig, doch die Handsensoren der Geräte sind dafür nicht optimal. Besser sind digitale Pulsmesser.

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