Schlechte Aussichten : US-Konjunkturbarometer stark gesunken

Laut US-Konjunkturbarometer steht es nicht gut um die amerikanische Wirtschaft. Nach einem leichten Anstieg im September sehen die Zahlen für Oktober noch schlechter aus als erwartet.

WashingtonNeuer Alarm für kriselnde US-Wirtschaft: Das Konjunkturbarometer ist im Oktober stärker als erwartet gefallen. Der Index, der auf zehn wichtigen Wirtschaftsdaten beruht, ging im Oktober um 0,8 Prozent zurück, teilte das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Donnerstag in New York mit. Erwartet worden war ein Rückgang um 0,6 Prozent. Noch im September war das Konjunkturbarometer erstmals seit fünf Monaten wieder angestiegen, nach revidierten Daten um 0,1 Prozent.  Der Index soll einen Hinweis auf die Entwicklung in den kommenden drei bis sechs Monaten geben.

Auch führende Mitglieder der US-Notenbank Fed prognostizieren eine düstere Zukunft: Sie gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft zumindest bis Mitte nächsten Jahres schrumpfen wird. Daher schließen die Mitglieder der Federal Reserve weitere Zinssenkungen nicht aus. Das geht aus Beratungen der Fed hervor, die vor der jüngsten Zinssenkung Ende Oktober stattfanden. Die Ergebnisse veröffentlichte die Zentralbank am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Demnach rechneten die Teilnehmer bei den Beratungen allgemein damit, dass "die Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2008 und in der ersten Hälfte 2009 moderat schrumpfen wird". Auch die weitere Entwicklung sei von Risiken überschattet. Einige Teilnehmer gingen den Angaben zufolge davon aus, dass sich die Lage in der zweiten Jahreshälfte 2009 verbessern könnte. Andere fürchteten, "dass die Zeit der ökonomischen Schwäche noch einige Zeit anhalten könnte", hieß es.

Notenbank drängt auf "politische Erleichterungen"

Angesichts der Entwicklung hätten mehrere Mitglieder der Zentralbank-Führung weitere "politische Erleichterungen" als möglicherweise angemessen bezeichnet, hieß es mit Blick auf eventuelle weitere Zinssenkungen. Die Fed hatte am 29. Oktober den Leitzins um 0,5 Punkte auf 1 Prozent gesenkt und damit auf das niedrigste Niveau seit Sommer 2004.

Für das gesamte Jahr 2008 erwarten die Notenbank-Führer ein Wachstum der US-Wirtschaft von 0 bis 0,3 Prozent; noch im Juni hatten sie mit 1 bis 1,5 Prozent gerechnet. Für das gesamte Jahr 2009 reichen die Erwartungen von einem Minus von 0,2 Prozent bis zu einem Plus von 1,1 Prozent. (mhz/dpa)

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