• Schlechte Chancen für Tarifeinigung im öffentlichen Dienst Schlichter kritisiert Arbeitgeber Streit um Ost-West-Angleichung

Wirtschaft : Schlechte Chancen für Tarifeinigung im öffentlichen Dienst Schlichter kritisiert Arbeitgeber Streit um Ost-West-Angleichung

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Frankfurt (Main) (AP). Die Schlichtung des festgefahrenen Tarifstreits im öffentlichen Dienst steht offenbar von vornherein auf wackeligen Füßen. Bereits vor Beginn des Einigungsverfahrens warf der von der Gewerkschaft Verdi eingesetzte Schlichter Hans Koschnick den Arbeitgebern am Samstag fehlenden Einigungswillen vor. Der von Arbeitgeberseite nominierte weitere Schlichter, der frühere Leipziger Oberbürgermeister Hinrich LehmannGrube, kritisierte dagegen die Forderung von Verdi nach einer Angleichung der Ost- und Westtarife bis 2007 als kontraproduktiv.

Koschnick sagte, er sehe kaum Chancen für eine Einigung. „Die Fronten sind so weit gegeneinander gestellt, dass es kaum vorstellbar ist, dass sich beide Seiten bewegen werden, um einen Kompromiss zu finden“, sagte der ehemalige Bremer Bürgermeister im „Info-Radio“ Berlin-Brandenburg. Die Ausgangslage sei schwieriger als bei vorangegangen Tarifkonflikten, sagte Koschnick weiter, der bereits 1996, 1998 und 2000 Schlichter im öffentlichen Dienst war. Zugleich forderte Koschnick Verdi auf, bei ihren Forderungen einen Spielraum einzuräumen. Die Schlichtung soll laut Koschnick am 2. Januar beginnen, das Ergebnis müsse spätestens am 11. Januar auf dem Tisch liegen.

Der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister Lehmann-Grube sagte der „Leipziger Volkszeitung“ am Wochenende als Begründung für seine Ablehnung der Ost-West-Angleichung, der einzige Vorteil Ostdeutschlands sei das niedrigere Lohnniveau. Der Bundesverkehrsminister und Ost-Beauftragte Manfred Stolpe (SPD) versprach dagegen in der „Welt am Sonntag“, dass die Angleichung komme.

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