Wirtschaft : Schlechte Noten für Berliner Arbeitsämter

BERLIN (AFP).Schlechte Organisation, wenig hilfreiche Empfehlungen, aber meist freundliche Mitarbeiter - das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Arbeitsämtern durch die Stiftung Warentest.Weit mehr als die Hälfte der rund 2100 befragten Arbeitssuchenden in elf Arbeitsämtern habe unter anderem unnötig lange Wartezeiten und die komplizierte Regelung finanzieller Dinge bemängelt, berichtete die Stiftung in der am Donnerstag erschienenen August-Ausgabe ihrer Zeitschrift "test".Auch die Beratung wurde demnach sehr kritisch beurteilt.So fühlten sich zwar fast zwei Drittel der Befragten generell gut informiert; viele gaben aber an, keine hilfreichen Empfehlungen für die Jobsuche erhalten zu haben.Die besten Noten erhielten "test" zufolge die Mitarbeiter: Etwas drei Viertel der Arbeitssuchenden lobten Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kompetenz.Problematisch kann sich nach Ansicht der Verbraucherschützer das zahlenmäßige Verhältnis von Arbeitsvermittlern zu Arbeitslosen auswirken.So muß sich beispielsweise in einem Berliner Arbeitsamt jeder Vermittler rechnerisch um etwa 700 Arbeitslose kümmern.Dadurch bleibe wenig Zeit, auf den einzelnen einzugehen.Dies sei vor allem für ausländische Arbeitslose schwierig, die nicht gut Deutsch beherrschen.Viele verstünden das Infomaterial nur schlecht.Eigentlicher Testsieger waren dem Bericht zufolge vier Modellämter der Bundesanstalt für Arbeit, deren Struktur stärker an den Bedürfnissen der Kunden orientiert ist.Drei der untersuchten Ämter, in denen etwa Leistungsabteilung und Arbeitsvermittlung nicht mehr getrennt sind, lagen demnach in der Gunst der Arbeitslosen weit vorn.Dort entfalle unter anderem die lästige Lauferei von einer Dienststelle zur anderen.

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