Wirtschaft : Schlechte Stimmung bei Vodafone

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Berlin - „Es ist wie auf der Titanic: Gerade werden die Schwimmwesten verteilt“, antwortet die junge Frau auf die Frage, wie denn die Stimmung bei der Vodafone-Betriebsversammlung gewesen sei. In die Fernsehkamera des RBB-Reporters will sie das nicht sagen. „Ich weiß ja noch nicht, wie es mit mir weitergeht.“ Die Mitarbeiter seien „geladen, sauer und enttäuscht“, sagt der Berliner Betriebsratsvorsitzende Andreas Rogsch nach der Versammlung in der Urania, zu der nach Schätzung der Gewerkschaft IG Metall gut 600 Vodafone-Mitarbeiter gekommen waren.

Mitte April hatte der seit Oktober amtierende Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum Sparmaßnahmen angekündigt. So sollen Aufgaben der Technik nach Rumänien und der IT nach Indien verlagert werden. Zudem soll die Kundenbetreuung in eine eigene Servicegesellschaft ausgegliedert werden. Dort würden dann geringere Einstiegsgehälter gezahlt. Derzeit arbeiten in der deutschen Vodafone-Gesellschaft noch rund 11 000 Mitarbeiter. Der Betriebsrat befürchtet, dass es 2015 maximal noch 6000 sein werden.

Noch sei unklar, was, wann, wie passieren werde, sagte Rogsch. Es gebe noch keine konkreten Gespräche mit der Firmenleitung. In der Region arbeiten derzeit 970 Mitarbeiter für Vodafone, knapp 500 davon, meist Frauen, im Callcenter im brandenburgischen Stahnsdorf. Der Betriebsrat geht davon aus, dass 50 Mitarbeiter in der Technik ihren Job verlieren werden. Protestaktionen planen Arbeitnehmervertreter für den 14. Juni, Da wird in Düsseldorf die neue Deutschlandzentrale eingeweiht. Corinna Visser

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