Wirtschaft : Schlechte Stimmung im Groß- und Außenhandel

BONN (ran/HB).Der deutsche Groß- und Außenhandel fühlt sich nach einer Unternehmerbefragung verunsichert und erwartet im kommenden Jahr nachlassende Investitionsdynamik.Dies werde nicht ohne Folgen auf die Beschäftigung sein, die höchstens gleichbleiben werde, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Einzelhandels (BGA), Michael Fuchs, vor Journalisten am Montag in Bonn.Nach der Umfrage erwarten 61 Prozent im kommenden Jahr gleichbleibende Mitarbeiterzahlen, 16 Prozent rückläufige Beschäftigung und nur 15 Prozent eine wachsende Beschäftigung.Der Sektor umfaßt 139 000 Unternehmen mit etwa 1,35 Millionen Beschäftigten und einem Umsatz vom mehr als 1,2 Bill.DM.

Die Unternehmen seien verunsichert, sagte Fuchs am Montag in Bonn.Er verwies auf die Mitgliederumfrage, wonach 40 Prozent der Betriebe ihre Lage als schlecht oder sehr schlecht einstuften.Rund die Hälfte der Firmen bewerte ihre Situation als befriedigend, nur vier Prozent als gut.Für die schlechte Stimmung sei die rot-grüne Bundesregierung mitverantwortlich.Vor allem deren sozial- und steuerpolitischen Pläne trügen dazu bei.Die konjunkturelle Unsicherheit drücke sich auch in einem langsameren Anstieg des Investitionsvolumens aus, sagte Fuchs.So werde die Höhe der Erweiterungsinvestitionen der Umfrage zufolge deutlich und die der Ersatzinvestitionen leicht abnehmen, während die Betriebe verstärkt rationalisierten.Insgesamt erwarteten die Unternehmen eine stagnierende, allenfalls gering verbesserte Umsatzentwicklung, "Die größten Zuwächse der letzten zwei Jahre sind jedenfalls passé".Eine ähnliche Entwicklung zeichne sich beim Ertrag ab.

Der Außenhandel werde durch die jüngsten Krisen in Südostasien und Rußland beeinträchtigt.46 Prozent der in Südostasien aktiven Unternehmen erwarteten eine deutliche Verschlechterung.Dagegen waren die Erwartungen beim Export in die mittel- und osteuropäischen Staaten, nach Südamerika und China weiterhin gedämpft optimistisch.

Scharfe Kritik übte Fuchs an Handwerkspräsident Dieter Philipp.Wie dieser vom Tariffondsmodell der Bundesregierung eine Senkung der Lohnnebenkosten erwarten könne, sei ihm unverständlich.Um die Steuerreform zu finanzieren, müsse der Staat vor allem an seinen Ausgaben sparen, forderten die Unternehmer.In dieser Richtung veranlasse die neue rot-grüne Regierung aber keinerlei konkrete Schritte.

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