Schlechtes Umfeld : Siemens muss Osram-Börsengang verschieben

Bereits zu Beginn der Woche munkelten Finanzexperten, dass Siemens eine der größten Aktienemissionen der vergangenen Jahre vorerst aufgibt. Nun haben auch die Berliner Osram-Mitarbeiter Gewissheit.

80 Prozent weniger Stromverbrauch, aber zuletzt 25 Prozent Preisaufschlag: Energiesparlampen von Osram. Foto: dpa
80 Prozent weniger Stromverbrauch, aber zuletzt 25 Prozent Preisaufschlag: Energiesparlampen von Osram.Foto: dpa

Der Technologiekonzern Siemens verschiebt den für Herbst geplanten Börsengang seiner Lichttochter Osram. Der Konzernvorstand halte zwar unverändert an einem Börsengang fest, teilte Siemens am Mittwoch in München mit. In Anbetracht des hochvolatilen Umfeldes an den Kapitalmärkten und möglicher Wirkungen auf das Branchenumfeld solle er jedoch zu einem späteren Zeitpunkt anstatt wie bisher geplant im Herbst stattfinden.

Ursprünglich wollte Siemens die Lichttochter im Herbst an die Börse bringen, dabei aber langfristig Aktionär bleiben. Hintergrund ist, dass Osram mit weltweit 40.000 Mitarbeitern – rund 1700 davon in Berlin – und einem Umsatz von 4,7 Milliarden Euro (2010) auf eigenen Beinen stehen soll, um flexibler agieren zu können.

Zudem war Siemens nicht bereit, weiter in das Geschäft zu investieren. Der Lichtmarkt befindet sich im Umbruch. Investitionen im Milliardenumfang etwa in LED-Technik sind nötig. Hinzu kommt die schwierige Marktsituation: Wegen des rasanten Anstiegs der Rohstoffpreise hatte Osram die Preise für Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren zuletzt um bis zu 25 Prozent erhöhen müssen.

Bereits Anfang der Woche hatte sich abgezeichnet, dass Siemens den Zeitplan für eine der größten Aktienemissionen in den letzten Jahren aufgeben muss. In Finanz- und Branchenkreisen hatte es geheißen, angesichts des Absturzes an den Börsen sehe das Unternehmen keine Chancen mehr, in diesem Jahr genügend Investoren für die Aktien der Lichttechnikfirma zum gewünschten Preis zu finden. (Tsp/dpa/rtr)

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