Schlecker-Insolvenz : Zwei Investoren offenbar im engeren Kreis

Laut dem Schlecker-Insolvenzverwalter sind mehr als fünf Investoren interessiert, die insolvente Drogeriekette zu übernehmen. Die Schlecker-Erben suchen derweil nach einem Weg, das Unternehmen in Familienhand zu halten.

Rund 13 500 Schlecker-Beschäftigte hoffen auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.
Rund 13 500 Schlecker-Beschäftigte hoffen auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.Foto: dpa

An der Übernahme der Drogeriemarkt-Kette Schlecker ist nach Angaben des Insolvenzverwalters mindestens ein halbes Dutzend Investoren interessiert. „Es gibt mehr als fünf ernstzunehmende Interessenten“, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Donnerstag in Düsseldorf. In der engeren Auswahl befinden sich einem Medienbericht zufolge allerdings nur noch zwei internationale Finanzinvestoren.

Der Sprecher des Insolvenzverwalters wollte zunächst keine Namen von Kaufinteressenten bestätigen. Ziel sei es aber, die Käufersuche bis „rund um Pfingsten“ abzuschließen und dann die Entscheidung für einen Investoren zu treffen - also bis Ende Mai. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens bleiben maximal drei Monate Zeit für die Käufersuche. Das Insolvenzverfahren wurde Ende März eröffnet.

Die Private-Equity-Gesellschaft Penta Investments erklärte ihr Interesse offiziell. „Wir haben ein unverbindliches Angebot eingereicht“, sagte ein Penta-Sprecher dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Freitag. Zu Details wollte er sich aber nicht äußern. Dem Magazin zufolge sieht das Konzept der tschechisch-slowakischen Finanzgruppe vor, im besten Fall keine weiteren Filialen zu schließen und die verbliebenen Jobs zu erhalten.

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Allerdings wolle sich Penta nicht mit den Schlecker-Kindern Meike und Lars zusammentun. Diese suchten nach einem Ko-Investor, um das Unternehmen in Familienhand zu halten. Bei Penta sei jedoch allenfalls eine symbolische Minderheitsbeteiligung der Geschwister vorstellbar.

Zuvor hatte bereits die Beratungs- und Investmentgesellschaft Droege International Group ein schriftliches Angebot für Schlecker eingereicht, wie die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtete. Dem Bericht zufolge wurden bereits intensive Gespräche mit dem Insolvenzverwalter geführt. Laut „Stuttgarter Nachrichten“ ist das Angebot von Droege jedoch zu niedrig und deshalb nicht in der engen Auswahl möglicher Investoren. Der Zeitung zufolge liegen derzeit zwei Angebote möglicher internationaler Käufer vor, die der Insolvenzverwalter genauer prüfe. Geiwitz gewähre diesen beiden Favoriten zudem nun Einblick in sämtliche Daten, die für die Bewertung von Schlecker notwendig seien. Ziel sei es, nicht das Unternehmen selbst an die Investoren zu verkaufen. Stattdessen sollten die physischen Wirtschaftsgüter - also bei Schlecker vor allem Immobilien und Waren - verkauft werden.

Der Sprecher des Insolvenzverwalter sagte, es sei „zuerst mal nachrangig“, welcher Investor konkret hinter einem Gebot stehe. Im Vordergrund stünden die Interessen der Gläubiger - und auch jene der Beschäftigten. „Aller Voraussicht nach wird das höchste Kaufpreisangebot den Zuschlag erhalten.“ Meike und Lars Schlecker hingegen ziehen laut „Stuttgarter Nachrichten“ den Investor vor, der ihnen die umfangreichste Beteiligung am Unternehmen einräumen würde.

Schlecker hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. Die Drogeriemarktkette schloss daraufhin Ende März mehr als 2000 Filialen. Rund 10.000 Mitarbeiter verloren ihren Job, nachdem die Gründung einer Transfergesellschaft scheiterte. Insolvenzverwalter Geiwitz verhandelt mit der Gewerkschaft Verdi derzeit über Sanierungsbeiträge der rund 13.500 verbliebenen Beschäftigten bei Schlecker wie etwa den Verzicht auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld. (AFP)

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