Wirtschaft : Schlichten zwischen zwei Unfehlbaren (Kommentar)

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Schade. Kompromissfähigkeit und -bereitschaft der Sozialpartner hätten kaum größer sein können als einen Tag vor Weihnachten. Nun ist die Chance vertan. Ist das der Anfang vom Ende des Bündnisses für Arbeit oder nur die ganz normale Vertagung eines Termins? Arbeitgeberpräsident Hundt und DGB-Chef Schulte haben in den vergangenen Tagen keine Plattform erarbeiten können, auf der ein Kompromiss am 23. hätte stehen können. Das liegt nicht an den beiden. Denn Hundt hat Henkel in seinem Lager, einen BDI-Präsidenten, der Gewerkschaften als Gegner begreift und vom ganzen Bündnis nichts hält; wahrscheinlich will Henkel keinen Kompromiss. Schulte seinerseits kann nichts machen ohne Klaus Zwickel, den Erfinder des Bündnisses. Und Zwickel beharrt auf der Rente mit 60 wie der Papst auf seiner Unfehlbarkeit. Das macht die Sache so schwierig. Dabei ist der Graben zwischen Altersteilzeit nach dem Arbeitgebermodell und der Rente mit 60 gar nicht so groß. In zwei Punkten muss eine Lösung her: Bekommt der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die Frührente? Und: In welcher Art von Fonds werden die Gelder zur Finanzierung gesichert? Nun also auf ein Neues im neuen Jahr - vielleicht stärkt die dann vorliegende Lohnforderung der IG Metall den Einigungswillen.

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