Wirtschaft : Schmerzen für alle

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Alle zwei bis drei Jahre eine Gesundheitsreform – das ist für die Deutschen seit Ende der 70er Jahre zur Gewohnheit geworden. Doch Umbauten an der Milliarden schweren Branche treffen nicht nur Patienten.

VERSICHERTE

Vor allem gut Verdienende müssen mit höheren Beiträgen rechnen. Auch Besitzer von Vermögen, Aktien oder Immobilien dürfte es treffen – sie konnten ihre Renditen bislang beitragsfrei einstreichen. Sollte die Kinder-Krankenversicherung demnächst über Steuern finanziert werden, könnten Familien mit einer – wenngleich geringen – Entlastung rechnen, bezahlt von den Kinderlosen. Wer einen Vertrag mit einer Privatkass e hat, muss zudem mit einem Abbau seiner Privilegien rechnen – aber nur, wenn tatsächlich private Kassen zur Finanzierung der gesetzlichen herangezogen werden.

KRANKENKASSEN

Der Wettbewerbsdruck auf die 254 gesetzlichen Kassen dürfte zunehmen – womöglich fördert die Koalition weitere Fusionen. Die Zahl der Jobs könnte wegen steigender Effizienz zurückgehen. Bei den privaten Kassen könnte es ähnlich kommen. Bislang können sie sich – anders als die gesetzlichen – ihre Kunden weitgehend aussuchen.

PHARMABRANCHE UND APOTHEKEN

Die Arzneilobby ist mächtig – daher ist es unwahrscheinlich, dass die Branche einen Sparbeitrag leisten muss. Zumal das Arzneimittel-Sparpaket, das im Mai in Kraft treten soll, ihnen mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr an Umsatzverlusten und zusätzlichen Rabatten abfordert. Bei Apotheken droht dagegen eine weitere Liberalisierung.

ÄRZTE

Die Arztdichte in Deutschland ist höher als in vergleichbaren Staaten. In Ostdeutschland herrscht allerdings schon Medizinermangel, zudem lassen sich viele Ärzte ins Ausland abwerben. Trotz der Klagen über schlechte Arbeitsbedingungen: Mehr Wettbewerb und eine stärkere Ausrichtung auf Qualität dürfte auch Ärzten bevorstehen. brö

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