Wirtschaft : Schmid ruft Clement: „Übernehmen Sie die Initiative“

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Büdelsdorf/Berlin (dpa). Mit einem öffentlichen Appell hat sich MobilcomGründer Gerhard Schmid am Donnerstag an Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) gewandt, um bei den festgefahrenen Verhandlungen um die Zukunft des Mobilfunkanbieters einen Durchbruch zu erreichen. „Übernehmen Sie persönlich die Initiative“, heißt es in einem offenen Brief des Großaktionärs an den Minister. „Ich lege das Schicksal von Mobilcom in Ihre Hände.“ Zuvor war es Schmid und den Vertretern der Bundesregierung in zähen und langwierigen Verhandlungen nicht gelungen, sich auf einen Treuhänder-Vertrag zu einigen, der eine Voraussetzung für die Sanierung des Unternehmens darstellt.

Schmid verband seinen Appell an Clement mit heftiger Kritik an der Verhandlungsführung des Ministeriums. „Obwohl ich die Zusage des Ministeriums hatte, dass im Vertrag selbst kein einziger Punkt mehr strittig sei, wurden heute völlig überraschend wieder neue inhaltliche Änderungen von Ihrem Haus gefordert“, heißt es in dem Schreiben. „Ich kann mit dieser Verhandlungsführung nichts anfangen und habe so etwas in all den Jahren als Geschäftsmann noch nicht erlebt.“ Er stehe zu seinem Wort, einen Großteil seines Privatvermögens an einen Treuhänder zu übergeben. Ein gegebenes Wort müsse jedoch gelten, zumal von einer staatlichen Behörde.

Schmid erklärte weiter, er habe sich bis an die Grenzen der Zumutbarkeit den Forderungen des Ministeriums gebeugt, weil er sich seiner Mitverantwortung für Mitarbeiter und Aktionäre sehr wohl bewusst sei. Lediglich die Person des Treuhänders sei noch strittig gewesen. Er werde seine Aktien nur einer Person übertragen, die über ausreichend Erfahrung verfüge und sein Vertrauen besitze. Das sei der ehemalige Debitel-Chef Joachim Dreyer. „Diese große Verantwortung ist nicht teilbar; eine Doppel-Treuhänderschaft ist daher nicht sinnvoll“, schreibt Schmid an Clement. Die Regierung hatte den Rechtsanwalt Reinhard von Dalwigk als zweiten Treuhänder gewünscht. Das Bundeswirtschaftsministerium lehnte eine Stellungnahme zu dem offenen Brief Schmids zunächst ab.

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