Wirtschaft : Schmiergeldermittlungen bei Siemens-Konkurrent Alstom

Berlin - Jetzt steht Siemens mit seinem Schmiergeldskandal nicht mehr allein da. Die französische Justiz teilte am Dienstag mit, dass sie seit November gegen den französischen Wettbewerber Alstom ermittelt. Dabei gehe es um Schmiergelder in dreistelliger Millionenhöhe. Alstom soll ausländische Beamte bestochen haben, um Aufträge zu ergattern. Ausgangspunkt der Ermittlungen seien Hinweise von Schweizer Behörden gewesen.

Alstom steht in vielen Bereichen in direkter Konkurrenz zu Siemens. Der französische Konzern baut Kraftwerke und Transportsysteme, darunter den Hochgeschwindigkeitszug TGV. Alstom beschäftigt weltweit rund 70 000 Mitarbeiter, davon etwa 6100 in Deutschland, und setzt mehr als 14 Milliarden Euro um.

Ein Alstom-Sprecher in Paris räumte ein, dass Mitarbeiter des Konzerns als Zeugen bei Schweizer Ermittlungen vernommen worden seien. Gegen Alstom selbst gebe es aber keine juristischen Verfahren im Zusammenhang mit Korruption.

Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf Ermittler, Alstom habe allein 6,8 Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) gezahlt, um den Zuschlag für den Ausbau der U-Bahn im brasilianischen São Paulo im Volumen von 45 Millionen Dollar zu bekommen. Vergangene Woche hätten sich Vertreter der Schweizer und der brasilianischen Polizei in dieser Angelegenheit getroffen.

Zudem interessierten sich die Ermittler für „zweifelhafte Zahlungen“ in Höhe von 200 Millionen Dollar, die Alstom zwischen 1995 und 2003 für Vorhaben in Brasilien, Venezuela, Singapur und Indonesien geleistet habe. Eine Schweizer Bank stehe seit 2004 im Verdacht, die Schmiergeldzahlungen für den französischen Konzern abgewickelt zu haben.vis/AFP

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