Wirtschaft : Schmoldt warnt vor "Wortradikalismus"

Der IG BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt hat vor überhitzten Diskussionen und "Wortradikalimus" im Vorfeld der Tarifrunde 2002 gewarnt. "Natürlich müssen Gewerkschaften grundsätzlich in der Lage sein, ihre Interessen durchzusetzen, wenn sich die Arbeitgeberseite stur stellt. Dies gilt allemal in Tarifrunden, und das Mittel ist der Streik", sagte Schmoldt in einem dpa-Gespräch in Hannover. "Es wäre aber jetzt sehr viel sinnvoller, wenn diejenigen, die dauernd über Streik und Konflikt reden, Lösungsvorschläge für die zugegeben schwierige Situation unterbreiten würden. Das gilt auch in Richtung meiner Gewerkschaftskollegen."

Nach der von den Arbeitgebern als Kampfansage bewerteten hohen Forderung der IG Metall von fünf bis sieben Prozent hatte auch der Verdi-Chef Frank Bsirske die Konfliktbereitschaft der Gewerkschaften im Streit um höhere Entgelte betont. Schmoldt strich einen unabhängigen Tarif-Kurs der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) heraus und warnte vor Gefahren für die Tarifautonomie durch unbedachtes Taktieren. "Wir Gewerkschaften müssen mit Diskussionen über Pilotabschlüsse oder Signalforderungen ganz vorsichtig sein. Denn damit gefährden wir unsere Position einer branchenbezogenen Tarifautonomie. Wenn wir die nicht deutlich machen, werden wir schnell den Vorschlag bekommen, für die ganze Republik einen einheitlichen Abschluss zu tätigen. Das kann niemand wollen."

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