Wirtschaft : Schmoldt will die DGB-Spitze neu besetzen

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Die Spitzen der Einzelgewerkschaften sollten nach den Vorstellungen des Vorsitzenden der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, abwechselnd den DGB-Vorsitz übernehmen. Die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden mit diesem Rotationsprinzip stärker in die Verantwortung eingebunden, sagte er am Dienstag am Rande des IG BCE-Kongresses in Frankfurt (Main). "Die interne Reform des DGB darf nicht Halt machen vor der Führung", sagte Schmoldt. Schmoldt wurde gestern mit 434 von 447 abgegebenen Stimmen und damit mit 97,3 Prozent in seinem Amt bestätigt.

Schmoldt will seinen Rotationsvorschlag in keiner Weise als Kritik am derzeitigen DGB-Vorsitzenden Dieter Schulte verstanden wissen. "Da ist kein Funken Misstrauen. Es geht uns um eine offene Diskussion über die Reform des DGB." Nach Ansicht des IG BCE-Chefs würden die Vorsitzenden einer Einzelgewerkschaft als DGB-Chef auf Zeit nicht in einen Gewissenskonflikt zwischen den Anliegen des DGB und seiner eigenen Gewerkschaft kommen. In welchen Intervallen die Rotation vor sich gehen soll und wer als erster an die Spitze des DGB kommen sollte, sagte Schmoldt nicht.

Der übrige DGB-Bundesvorstand soll allerdings erhalten bleiben. Schmoldt erwartet auf dem DGB-Kongress im Mai nächsten Jahres eine intensive Diskussion der weiteren Reform der Dachorganisation der deutschen Gewerkschaften, auch über den Rotationsvorschlag. 2002 erwartet er aber noch keine Umsetzung von Reformschritten. "Wir brauchen eine intensive Diskussion." Eine Abschaffung des DGB ist für Schmoldt kein Thema: "Wir brauchen eine Dachorganisation, die ihre Aufgaben noch stärker wahrnimmt als bisher!"

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