Wirtschaft : Schnäppchenjagd im Rudel

Internetseiten bieten Rabatte für Gruppen, die sich im Netz zusammentun

Svenja Markert

Berlin - Rösti und Austern in Berlin für 15 Euro, Samudra-Floating in Köln für 50 Euro, eine Ballonfahrt in Stuttgart für 109 Euro. Seit Anfang des Jahres tut sich in Deutschland ein neues Revier für Schnäppchenjäger auf. Internetseiten wie www.citydeal.de werben mit Groupon-Shopping – eine Wortmischung aus Coupon und Gruppe. Das Prinzip stammt aus den USA. Sparfüchse können hier Rabatte abstauben, wenn sie Gleichgesinnte finden, die ebenfalls einen Gutschein kaufen. Sie sparen oft 50 Prozent und mehr – aber nur, wenn die erforderliche Anzahl an Käufern zusammenkommt. Sonst findet der Deal nicht statt. Täglich wird auf den jeweiligen Internetseiten ein solcher Deal für die größten deutschen Städte angeboten, zum Beispiel für Freizeitaktivitäten oder Gastronomiebesuche.

Innerhalb der letzten Monate sind in Deutschland verschiedene Start-Ups nach diesem Prinzip entstanden, ihre Internetseiten ähneln der des amerikanischen Vorbild www.groupon.com stark. Die Unternehmen Citydeal, Dailydeal und Cooledeals sind die bekanntesten in Deutschland. „Es ist eine Plattform, um neue Dinge auszuprobieren“, erklärt Daniel Glasner, einer der Gründer von Citydeal. Laut dem Ranking des Markt- und Medienforschungsunternehmens Nielsen im April ist der Anbieter der größte auf dem Markt. Online ist er seit Januar, inzwischen wurden über die Seite nach eigenen Angaben über eine Million Gutscheine verkauft, und täglich besuchen mehr als eine halbe Million Interessierte die Plattform. Deutschlandweit präsentieren 3000 Partner – Restaurants, Schuhläden, Friseure – dort ihre Angebote. Bei dem größten Deal in Berlin wurden 2867 Gutscheine für eine Kinobesuch im Cinestar für 4,90 Euro verkauft. „Zum einen ist es das Interesse an den Angeboten, zum anderen wird durch die Mindestanzahl ein Spannungsbogen aufgebaut. Es ist für die Kunden ein Anreiz, ihre Freunde einzuladen beim Bieten mitzumachen,“ sagt Glasner. Dabei werden gezielt soziale Netzwerke genutzt, um Interessenten anzusprechen. Auf der Seite von Citydeal, Dailydeal und Cooledeals können Besucher das Angebot an Freunde twittern oder auf Facebook eine Nachricht schreiben. Die Unternehmen versprechen sich dadurch, bekannt zu werden. „Wir bringen Anbieter und Kunden zusammen“, sagt Glasner. Dabei wird darauf geachtet, dass die Angebote der Groupon-Zielgruppe entsprechen: Kunden zwischen 20 und 45 Jahren, die einen höheren Bildungsabschluss haben und zu den Besserverdienern gehören. Die Unternehmen, die die Rabattaktion des Tages anbieten, zahlen an Citydeal eine individuell ausgehandelte Provision. Mittlerweile betreibt Citydeal in 14 Ländern eine Internetseite.

Die deutschen Pattformen wachsen schnell. Im Februar hatte Citydeal 600 000 Nutzer, im März waren es schon 1,5 Millionen. Welcher der Anbieter sich durchsetzt, muss sich noch zeigen. Damit die Internetjäger bis dahin nicht alle Seiten durchforsten müssen, lohnt ein Blick auf www.tagesangebote.de. Hier gibt es eine Übersicht über die verschiedenen Deals des Tages.Svenja Markert

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