Wirtschaft : „Schnappschüsse per E-Mail“

Foto-Journalist Stefan Beetz fotografiert nur noch digital

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STEFAN BEETZ

ist freischaffender FotoJournalist in Berlin.

Er arbeitet für Tageszeitungen und fotografiert am liebsten Portraits.

Foto: promo

Herr Beetz, welches System bevorzugen Sie bei der Arbeit?

Ich arbeite seit einem halben Jahr nur noch digital. Gerade im Tageszeitungsjournalismus ist die Schnelligkeit von digitaler Fotografie inzwischen unverzichtbar.

Was empfehlen Sie Hobby-Fotografen?

Der Vorteil von Digitalkameras ist, dass der Weg zum Fotolabor wegfällt. Die Bilder können direkt bearbeitet oder auf einem Monitor angeschaut werden. Mein Freundeskreis schickt nach dem Urlaub auch immer öfter E-Mails mit den besten Fotos herum, statt Papierabzüge am Küchentisch herumzureichen.

Und wie viel sollten sie ausgeben?

Für 500 Euro gibt es gute Qualität. Billigere Digitalkameras haben zu viele Nachteile. Da ist dann das Objektiv schlecht, der Akku hält nicht lang genug oder die Bildqualität stimmt nicht, obwohl die Pixelzahl hoch ist. Dann lieber analog.

Wie können Fehlkäufe vermieden werden?

Es ist immer besser, im Fachgeschäft einzukaufen und alle Modelle in Ruhe auszuprobieren. Dann bekommt man ein Gefühl für die Kamera. Vorsicht, wenn mit mehrfachem digitalem Zoom geworben wird, also der Technik, die das Bild näher heranholt: Nur optischer Zoom zählt wirklich. Beim digitalen leidet immer die Bildqualität.

Sind Digitalkameras komplizierter?

Die Handhabung ist im Prinzip gleich. Nach dem Anschalten dauert es manchmal noch etwas länger als bei einer analogen, bis die Kamera einsatzbereit ist. Bei Außenaufnahmen gilt wie auch bei Analog-Kameras: Im Zweifel mit der Sonne im Rücken fotografieren und zu viele Schatten mit dem Blitz aufhellen. Das Schöne daran ist ja, dass misslungene Bilder gleich gelöscht werden können. Da kann man eigentlich nichts falsch machen. Wichtig ist, die Grundeinstellungen für die Bildkomprimierung nicht zu verändern. Dann ist die Qualität gut, und die Bilder verbrauchen nicht zu viel Speicherplatz.

Wie viele Bilder passen in die Kamera ?

50 und mehr, je nach Qualität und Speicherplatz. Für den Urlaub sollte es noch eine Speicherkarte mehr sein, da sollte man nicht an der falschen Stelle sparen.

Kann ich die Digitalkamera mit an den Strand nehmen?

Sie sind zumindest nicht empfindlicher als Analog-Kameras. Außerdem entfällt das Risiko, die Kamera bei eingelegtem Film zu öffnen. Für einige Kameras gibt es Unterwassergehäuse. Die schützen auch vor Sand.

Die Fragen stellte Martin Uebele.

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