Wirtschaft : Schnee, Streiks, Sparprogramme

Die Lufthansa sieht sich trotz hoher Verluste in einer besseren Position als noch Ende 2012.

von

Frankfurt am Main - Trotz roter Zahlen verspürt die Lufthansa Rückenwind. Die Fluggesellschaften des Konzerns haben ihr Betriebsergebnis im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent verbessert, wie Finanzvorstand Simone Menne am Donnerstag berichtete. Doch der Betriebsverlust lag mit 359 Millionen Euro exakt auf Vorjahreshöhe, der Netto-Verlust stieg sogar um 16 Prozent auf 459 Millionen Euro. Grund waren laut Menne Belastungen aus dem Spar- und Effizienz-Programm Score sowie Flugausfälle wegen des harten Winters und diverser Streiks. Die Nachfrage nach Lufthansa-Tickets und dem Frachtangebot sei aber stabil. Der Umsatz der Lufthansa summierte sich im ersten Quartal wie im Vorjahreszeitraum auf 6,6 Milliarden Euro. Zudem rechnet Menne für dieses Jahr mit einem im Vergleich zum Vorjahr um 400 Millionen Euro geringeren Treibstoff-Aufwand.

Auch der jüngste Tarifabschluss für das Boden-Personal erhöht die Chance, dass der Betriebsgewinn 2013 über den 524 Millionen Euro des vergangenen Jahres liegt. Menne zufolge hilft der Tarifabschluss für die 33 000 Mitarbeiter beim Erreichen des geplanten Ziels, bis 2015 das Ergebnis um 1,5 Milliarden auf dann 2,3 Milliarden Euro zu steigern. Die Laufzeit der Vereinbarung bis Ende März 2015 schaffe Planungssicherheit. Die Mehrkosten des Abschlusses für diesen Zeitraum lägen bei 74 Millionen Euro.

Traditionell ist das erste Quartal aufgrund eher zurückhaltender Geschäftsreisetätigkeit und fehlender Ferien für die Lufthansa schwierig und liefert deshalb rote Zahlen. Trotz der Belastungen und des Verlustes aber sieht die Finanzchefin die Airline in einer besseren Position als noch Ende 2012.

Das Sparprogramm Score zeige Wirkung, auch wenn dafür im ersten Quartal Kosten in Höhe von 64 Millionen Euro angefallen seien. „Dies sind einmalige Aufwendungen, die Ergebnisverbesserungen aber bleiben“, sagte Menne. Lufthansa-Chef Christoph Franz erwägt laut einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ zudem einen Gehaltsverzicht. „Wenn wir von allen Einschnitte verlangen, muss auch der Vorstand seinen Beitrag leisten.“ Zuletzt verdiente Franz rund 2,6 Millionen Euro. Rolf Obertreis

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben