Wirtschaft : Schneider meldet Insolvenz an

mwb/jojo/HB

Der bayerische Fernsehgerätehersteller Schneider Technologies AG hat am Montag wie angekündigt einen Insolvenzantrag gestellt. Die Börse reagierte auf die Pleite mit einem Kurssturz: Die Aktie verlor 77,14 Prozent auf 0,64 Euro. Auslöser der akuten Krise in dem seit Jahren angeschlagenen Unternehmen ist die Weigerung der Hausbanken, weiteres Geld in die Türkheimer Firma zu pumpen. Selbst der Freistaat Bayern geht jetzt hart mit Schneider ins Gericht. 1998 hatte Wirtschaftsminister Otto Wiesheu noch maßgeblich an der Rettung mitgearbeitet. Jetzt wirft der CSU-Politiker dem Management vor, nicht wie damals geplant, Stellen gestrichen und die Qualität gesteigert zu haben: "Statt dessen wurde Personal aufgebaut und der Umsatz nach oben getrieben, nicht aber der Ertrag." Wiesheu will Schneider dennoch nicht ganz aufgeben: "Soweit sich hier Spielräume ergeben, wird die staatliche Seite im Rahmen ihrer Möglichkeiten tragfähige Konzepte mit unterstützen." Sollte die Firma also Partner finden, könne der Freistaat nochmal einspringen, hieß es aus dem Ministerium. In welcher Form sich Bayern beteiligen könnte, wollte ein Sprecher jedoch nicht sagen. Finanzkräftige Partner sind derzeit aber nicht in Sicht. Auch die Banken hatten ihren Ausstieg maßgeblich mit der bislang fehlgeschlagenen Partnersuche begründet. Selbst die bayerische Förderbank LfA - seit 1998 mit knapp 19 Prozent größter Einzelaktionär - zog die Reißleine.

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